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LIFE WolfAlps EU: Koordinierte Maßnahmen zur Verbesserung der Wolf-Mensch-Koexistenz im Alpinen Raum

LIFE WOLFALPS EU ist ein Best-Practice-Projekt: Wenn man in Betracht zieht, dass 90 % der großen Beutegreiferpopulationen in Europa grenzüberschreitend sind und dass das Management auf diesem Level noch kaum praktiziert wird, hat das LIFE WolfAlps EU Projekt großen Vorzeigecharakter. Dabei werden die “Guidelines for population level management plans for large carnivores in Europe” herausgegeben von der EU DG ENV in 2008, befolgt.

The LIFE WOLFALPS EU repräsentiert ein Best Practice Beispiel für Wolf Management in Gebieten wo der Wolf seit 20 Jahren präsent ist und in Gebieten wo er gerade erst zurückgekehrt ist. Ein Best Practice Modell sind die sogenannten Wolf Prevention Intervention Units, welche eine präventive Maßnahme darstellen, um Konflikte möglichst zu vermeiden und in Notfallsituationen Hilfe zu leisten. Die Erprobung dieses Modells in unterschiedlichen Situationen wird bei der Entwicklung eines "Best Management Modells" wichtige Daten liefern.

Die WPIUs werden erfahrene Techniker miteinbeziehen, die schon erfolgreich mit Landwirten gearbeitet haben; das Team wird auch Mediatoren beinhalten. Ihre Erfahrung kann sehr hilfreich sein, um eine Koexistenz zu vereinfachen. Vor allem in neu besiedelten Bereichen sollen diese Teams ihre Erfahrung und ihr Know-How aus früheren Projekten miteinfließen lassen. Trotz der anfänglichen Abwehrhaltung der Jägerschaft sich an diesem Projekt zu beteiligen, ist sie nun ein Unterstützer des Projekts und wird an diversen Workshops und Einsätzen teilnehmen. Darüber hinaus sollen Landwirte in betroffenen Arealen, welche zu groß sind, um durch das Projekt oder andere Organisationen betreut zu werden, dazu ermutigt werden, selbst effizient zu arbeiten. Die WPIUs sollen auch hier zum Einsatz kommen und helfen, passende Techniken weiterzuvermitteln. Vor allem die Testung verschiedener Bewertungsinstrumente wird eine unerlässliche Rolle spielen. Speziell wird die HBLFA Raumberg-Gumpenstein sich mit der Erprobung von GPS-Bändern und verschiedenen Sensoren beschäftigen.

Dabei sollen die Möglichkeiten aus der Verbindung aktueller Sensoren und GPS-Technologien mit den Möglichkeiten von Telekommunikationsnetzen für innovative Instrumente im Herdenschutz untersucht und Grundlagen für die eine Panik-Erkennung innerhalb einer Herde, wie sie bei einem Angriff durch einen Beutegreifer entsteht, geschaffen werden.
Dies soll insgesamt dazu beitragen, Tierhalter beim Herden- und Weidemanagement zu unterstützen, ihnen in der Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht zu helfen und so auch die Auswirkungen von großen Beutegreifern auf die Weidehaltung auch in unwegsamem Gelände zu minimieren, in dem auch das notwendige Notfall-Management unterstützt wird.

Das Herdenmanagement, insbesondere die Tierbetreuung, speziell im Rahmen einer extensiven Weidewirtschaft unter alpinen Bedingungen, ist arbeits- und stark zeitintensiv. Gerade das Aufsuchen der Herden im unwegsamen Gelände nimmt einen Großteil der Zeit in Anspruch. Mit der Verwendung von GPS Daten für die Ortung von Weidetieren und deren Übermittlung auch an Mobilgeräte, hat der Tierbetreuer die Möglichkeit, gezielt seine Tiere aufzusuchen und die aufgewendete Zeit dafür auf ein Minimum zu reduzieren, da aufwendige Suchgänge entfallen.

Durch die Kombination mit weiteren Umweltsensoren, z. B. für Temperatur, erschließen sich weitere Einsatzbereiche wie etwa eine Benachrichtigung bei Kälteeinbrüchen. Damit ist eine Entlastung der Arbeitskräfte bzw. der Auftreiber speziell im Bereich der stark unter Druck stehenden Almwirtschaft möglich.

Bereits nach dem aktuellen Stand der Technik kann bei einem Angriff durch einen Beutegreifer die Reaktionszeit reduziert werden, da hier, wie es auch bereits erste Erfahrungen aus Tirol zeigen, durch die Anlage entsprechend angepasster virtueller Zäune außergewöhnliche Bewegungsmuster grob erkannt werden können. Diese Erkennung hängt jedoch stark von den festgelegten Grenzen ab und bietet daher bei der Erkennung eines möglichen Angriffes nur eine sehr grobe räumliche Auflösung. Es fehlen jedoch aktuell zuverlässige Daten über die Tauglichkeit leistbarer, bzw. ökonomisch vertretbarer Systeme (Zuverlässigkeit, Robustheit, Genauigkeit, Benutzerfreundlichkeit).
Diese Daten werden in Zukunft für ein erfolgreiches Herdenmanagement und einen erfolgreichen Herdenschutz von großer Bedeutung sein.

Zusammengefasst sind die Ziele der HBLFA Raumberg-Gumpenstein folgende:

  • Ausbildung von sogenannten Notfallteams (WPIU - First aid Wolf Prevention Intervention Units)
  • Erarbeitung und Erprobung von Einsatzgrundsätzen für Notfallteams
  • Evaluierung von Positionierungs - und Sensorsystemen für den Herdenschutz 
  • Etablierung von Beteiligungsplattformen für Landwirte und Jäger, auch um die Ergebnisse der Untersuchungen zur Räuber-Beute-Beziehungen zu kommunizieren und diese Erkenntnisse in Managementpläne einfließen zu lassen

Allgemeine festgestellte Grundlagen auf EU-Ebene sind:

  • Fragmentierung der Zuständigkeiten und Verantwortung bei Verwaltung und Management
  • Illegale Tötungen (Jagd und Gift)
  • Konflikte mit Landwirtschaft (Weidewirtschaft) und Jagd
  • Soziale Konflikte 
  • Fragmentierung geeigneter Habitate
  • Hybridisierung von Wölfen mit Hunden

Daraus ergeben sich folgende Projektziele im gesamten Projekt:

  • Etablierung eines grenzüberschreitenden (DNA-) Monitorings, Managements und Schutzes
  • Verringerung von Konflikten zwischen Mensch und Wolf durch Erarbeitung und Verbreitung von unterschiedlichen Präventionsmaßnahmen, die über einfachen technischen Herdenschutz hinausgehen
  • Verbessertes Wissen über Wölfe und Förderung einer Koexistenz, mit Fokus auf Landwirte und Jagd
LIFE18 NAT/IT/000972

LIFE18 NAT/IT/000972

 LIFE WolfAlps EU

Team

Huber Reinhard

Reinhard Huber

Schafe und Ziegen
Mayer Verena, Mag.

Mag. Verena Mayer

Akquisition

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