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Artenvielfalt

Artenvielfalt, Vegetationsdynamik und Naturschutz

Die floristische Zusammensetzung des Pflanzenbestandes und die Pflanzenartenvielfalt werden im Grünland primär vom Klima, vom Boden sowie von der Art der Bewirtschaftung und Intensität der Nutzung bestimmt. Nur durch eine regelmäßige, standortangepasste Bewirtschaftung kann die hohe Biodiversität erhalten werden.

Die Artenvielfalt hat einen direkten Einfluss in unsere Ernährung, die komplett von Tier- und Pflanzenprodukten abhängt.

Die Artenvielfalt hat einen direkten Einfluss in unsere Ernährung, die komplett von Tier- und Pflanzenprodukten abhängt.

 HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Nutzungstypen

 

Artenvielfalt

In der Vielfalt der bunten, artenreichen Grünlandbestände spiegelte sich auch die Vielfalt unserer Kulturlandschaft wider, wie sie über die Jahrhunderte entstanden ist. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts geht der Anteil des ökologisch wertvollen, kräuterreichen Extensivgrünlandes kontinuierlich zurück. Der extreme Rückgang dieser Vielfalt stellt Bienen, Wildbienen und andere Blüten bestäubende Insekten zunehmend vor existentielle Probleme. Dabei gibt es inzwischen eine Vielzahl an Möglichkeiten, solche wertvollen Lebensräume wieder neu in unsere Kulturlandschaft zu integrieren. Im Hinblick auf die Biodiversität kommt vor allem dem extensiv genutzten Grünland eine enorme Bedeutung zu.

 

 

Pflanzengesellschaften und Zeigerpflanzen

Die einzelnen Pflanzenarten kommen im Dauergrünland nicht wahllos neben einander vor. Nur Arten mit ähnliche Standortbedingungen bilden eine Pflanzengesellschaft.  Die Pflanzengesellschaften sind abhängig von den klimatischen Bedingungen (trocken, feucht), den Standorteigenschaften (kalkhaltiges oder silikatisches Ausgangsgestein) und der Bewirtschaftung (Nutzung, Dünung). Die Anzahl verschiedener Pflanzengesellschaften ist im extensiv genutzten Grünland besonders hoch.  Durch die Intensivierung von ertragsfähigen Standorten und die Nutzungsaufgabe von ungünstigeren Standorten sind einige Pflanzengesellschaften bereits sehr selten geworden. Einigen Pflanzenarten kommt aufgrund ihrer starken Bindung zu Bewirtschaftung- oder Standorteigenschaften eine besondere Bedeutung zu. Durch ihr Vorkommen kann auf bestimmte Standorteigenschaften geschlossen werden und sie können somit als Bioindikatoren herangezogen werden.  Sie können dazu dienen, die Standorteigenschaften rasch festzustellen, Veränderungen oder Bewirtschaftungsfehler zu erkennen und den Erfolg gesetzter Maßnahmen zu kontrollieren.

 

Primäre und sekundäre Sukzession

Veränderungen in der Vegetation

Unter dem Begriff versteht man das Ablösen einer Pflanzengesellschaft durch eine andere infolge Änderung von abiotischen und biotischen Umweltfaktoren.

Primäre Sukzessionen beginnen auf unbesiedeltem Substrat wie beispielsweise Rohböden, Gesteinsschutt, Flußschotter oder Moränen. Sekundäre Sukzessionen beginnen auf bereits vegetationsbedeckten Flächen. Beispiele für sekundäre Sukzessionen sind das Brachfallen von Grünland- und Ackerflächen.

 

Image Description

2 2021 Buchau komp

Dynamik in der Vegetationsperiode

Sobald es im Frühjahr schneefrei ist und die Temperaturen zu steigen beginnen, geht mit dem Ergrünen der Wiesen und Weiden die Winterruhe in die Vegetationsperiode über. Der Beginn des Wachstums ist entsprechend dem Höhengradienten der Temperatur von der Seehöhe abhängig. In höheren Lagen ist zudem mit einer zunehmenden Verschiebung des Vegetationsbeginns durch die gewöhnlich längere Schneedeckenperiode zu rechnen. Für das Grünland im österreichischen Berggebiet ergibt sich damit eine sehr starke räumliche Differenzierung der Vegetationsdauer. In höheren Lagen ist die oft deutlich kürzere Wachstumszeit einer der wichtigsten Gründe für das eingeschränkte Nutzungspotenzial. Niedrigere Temperaturen bewirken zudem eine Anpassung der Pflanzengesellschaft, welche zusammen mit einem geringeren Leistungspotenzial des Bodens zu einer Verminderung der Erträge führt.

 

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