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Weidetechnik (Triebwege, Wasserversorgung, Zäune etc.)

Eine ständige Wasserversorgung, stabile Zäune, gut angelegte Triebwege, Fangstände mit Verladeeinrichtungen und  Unterstände bei Beweidung hofferner Flächen sind notwendig. Wenn Kraftfutter an Jungrinder gefüttert wird, dann eignen sich dafür entsprechende Kraftfutterautomaten (Weideschlupf).

Eine ständige Wasserversorgung, stabile Zäune, gut angelegte Triebwege, Fangstände mit Verladeeinrichtungen und Unterstände bei Beweidung hofferner Flächen sind notwendig. Wenn Kraftfutter an Jungrinder gefüttert wird, dann eignen sich dafür entsprechende Kraftfutterautomaten (Weideschlupf).

 HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Eine ständige Wasserversorgung, stabile Zäune, gut angelegte Triebwege, Fangstände mit Verladeeinrichtungen und  Unterstände bei Beweidung hofferner Flächen sind notwendig. Wenn Kraftfutter an Jungrinder gefüttert wird, dann eignen sich dafür entsprechende Kraftfutterautomaten (Weideschlupf).

Weidezäune und Tore

Zäune müssen stabil sein

Je nach Region gibt es verschiedene Zaunformen aus Holz. Diese typischen Zäune passen sich sehr gut in das Landschaftsbild ein. In der Regel sind diese Zäune stabil, verleiten aber Tiere daran zu reiben und können somit den Zaun instabil machen. Zäune aus Holz halten je nach Holzart,  Feuchtigkeit und Vorbehandlung des Holzes etwa 8 bis 12 Jahre. Ständige Kontrolle und Ausbesserungen sind notwendig.

Stacheldrahtzäune sind bei Standweide sehr häufig, weil sie lange halten und durch die Stacheln von der Rindern respektiert werden. Es ist aber darauf zu achten, dass die Drähte gut gespannt sind, weil sonst die Wirkung verloren geht. Es müssen auch die Pfosten ständig kontrolliert werden. In der Regel werden zwei bis drei Drähte gespannt. Drei sind dann notwendig, wenn Kälber und Jungrinder in der Herde sind. Unterteilungen bei Umtriebsweiden werden oft mit elektrischen Zäunen gemacht, wobei die Gesamtfläche mit einem Stacheldrahtzaun umgeben ist. Durch Stacheldrahtzäune kommt es immer wieder zu Euter – bzw. Zitzenverletzungen bei Kühen.

Elektrozäune haben sich bei Umtriebs- und Koppelweiden durchgesetzt werden aber auch bei Standweiden erfolgreich eingesetzt. Die hohe Flexibilität und große Sicherheit spricht für diese Zäune. Elektrische Zäune mit Drähten oder Bändern gibt es für jeden Bedarf. Häufig werden starke Drähte mit Solar betriebenen Zellen eingesetzt. Diese Systeme sind stark und sicher, auch wenn die Drähte teilweise mit Gräsern verwachsen und damit den Strom teilweise ableiten. Außenzäune werden häufig als Fixzaunsysteme (Holz + 2-3 Weidezaunstahldrähte) errichtet, die Unterteilungen sind zumeist Bänder. Bei Standweiden sind elektrische Zäune teilweise in Kombination mit Holzzäunen, um landschaftlich schöne Zäune mit der nötigen Sicherheit zu versehen.

Weidetore

Je nach Nutzung ist das Anbringen von Toren notwendig. Bei Elektrozäunen wird meist nur ein Draht gespannt, der leicht zum Öffnen und Schließen ist. Bei Standweiden sind festere Tore oder Gatter aus Holz oder Eisen zu finden. Der Schließmechanismus von Toren muss sicher sein, weil Tiere in der Regel am Tor reiben und spielerisch versuchen, das Tor zu öffnen. Tore aus Eisen sind sehr stabil, wenn sie gut verankert sind. Selbst schließende Tore sind dann von Vorteil, wenn Wanderwege durch die Weide führen. Bei Wanderwegen haben sich auch Durchgänge, die nur von Menschen genutzt werden können, gut bewährt. Holztore sollten so gestaltet sein, dass die Tiere nicht mit den Köpfen durchschlüpfen können.

Fangstände und Verladeeinrichtungen

Bei vom Stall entfernten Standweiden sind Fang- und Verladeeinrichtungen von Vorteil. Je nach Notwendigkeit kann der Fangstand auch als Behandlungsstand verwendet werden – damit sind Behandlungen auch auf der Weide durchführbar.

Rinder werden, je extensiver sie gehalten werden, auch natürlicher in ihrem Verhalten und sie reagieren auf jede Einengung und Einschränkung ihrer Freiheit mit Panik und Fluchtverhalten. Fang- oder Verladeeinrichtungen müssen massiv ausgeführt sein. Die Ausführung richtet sich nach den Tieren und muss umso massiver sein, je extensiver die Tiere gehalten werden. Wie Wildtiere aufwachsende Kälber verhalten sich auch im weiteren Leben so, deshalb ist die Betreuung und die Beobachtung der Tiere besonders wichtig. Verladerampen sind ebenfalls notwendig, um den Transport von Rindern möglichst stressfrei für Tier und Mensch zu gestalten.

Verladerampen werden meist mit dem Fangstand kombiniert, vereinzelt gibt es auch transportable Verladerampen, die auch im Stallbereich verwendet werden.

Triebwege

Wer Weidetriebwege mit System anlegt, spart damit Arbeitszeit, stärkt Klauen- und Eutergesundheit und schont Weideflächen.

Bei Weidehaltung müssen Milchkühe zweimal täglich von der Weide in den Stall gehen. Es ist daher sinnvoll tiergerechte, kostengünstige und arbeitszeitsparende Triebwege zu errichten. Die Triebwege sollten zumindest 10-20 Jahre ohne größeren Aufwand halten und möglichst viele Weideflächen erschließen. Günstig ist es, wenn die Tiere jederzeit von der Weide in den Stall gehen können. Insbesondere an heißen Tagen suchen die Kühe nämlich kühle Stallungen sehr gerne auf. Darüber hinaus können aus dem Melkstand kommende Kühe sofort wieder zum Fressen auf die Weiden wandern.

Wegbreite je nach Kuhherde

Je größer die Herde ist, desto breiter sollte der Weg ausgeführt werden. Im Anfangsbereich ist eine Wegbreite von 3 bis 5 Metern günstig. Bei kleinen Herden kann der Weg dann auf bis zu 1 m Breite  reduziert werden. Elektrozäune müssen etwa 50 cm vom Wegrand entfernt aufgestellt werden, weshalb sich dadurch eine Gesamtbreite von ca. 2 m ergibt. Bei größeren Herden über 40-50 Kühe sind Wegbreiten von 3 bis 4 m günstig, da ansonsten der Eintrieb viel Zeit kostet.

Boden beachten

Die Dauerhaftigkeit eines Triebweges hängt stark vom Untergrund und der Möglichkeit des Wasserabflusses wie z.B. Drainagen ab. Weiche Triebwege – die jedoch rasch abtrocknen – sind grundsätzlich harten Bodenausführungen vorzuziehen. Diese schonen nicht nur die Klauen, sie werden auch von den Kühen bevorzugt aufgesucht. Kühe treten sich in defektes Sohlenhorn grobes steiniges Material sehr leicht ein. Wenn Kühe lange Strecken auf harten Böden zurücklegen müssen, kann dies zu Belastungsklauenrehen führen.

- Für lange Wegstrecken ist eine 10 bis 20 cm dicke Holzspäne- und Rindenschicht auf einem wasserdurchlässigen Untergrund zu empfehlen. Die Beständigkeit (Humusierung) ist jedoch insbesondere bei feuchten Bedingungen (Wasser, Schatten) gering.
- Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von feinem Sand, der feucht aufgestreut und danach gut verdichtet wird.
- Säurebeständige Asphalt- und Betonwege sind sehr dauerhaft, gut befahrbar, jedoch teuer und bergen bei abfallenden Wegen eine Rutschgefahr. Wenn Steine auf diesen Böden liegen, können sich Kühe diese sehr leicht in defektes Sohlenhorn eintreten. Für lange Triebwege sind diese harten Untergründe jedoch nicht zu empfehlen.
- Es können auch Betonlochsteine (Gartenbau) oder alte Spaltenböden aufgelegt werden. Die Hohlräume werden entweder mit Sand aufgefüllt oder mit Humus gefüllt und eingesät.
- Aus der Pferdehaltung kommt der Einsatz von mit Sand aufgefüllten Kunststoffgittern. Diese werden zumeist ebenfalls mit Hackschnitzel abgedeckt.
- Wenn Geländestufen über 30 % überwunden werden müssen, sind mit Erde oder Holzspänen hinterfüllte Holzschwellentritte (weiche Auftrittfläche zumindest 50 cm breit) zu empfehlen.

Triebwegquerungen

Mit Weidezauntoren, einfachen Spannbügeln oder über schwenkbare Elektrozaunschranken können Hofwege überquert werden. Letztere bestehen aus einem oder zwei elektrifizierten Schranken und Scharnieren zur Montage an Pflöcken. Sie ermöglichen das einfache und gefahrlose Durchfahren mit Fahrzeugen ohne auszusteigen. Nach der Durchfahrt wippt der Schranken in die Ausgangsposition zurück.

Tipp: Am Bio-Lehr- und Forschungsbetrieb Moarhof in 8950 Trautenfels (Bio-Institut) können unterschiedliche Triebwegausführungen und Weidezaunausführungen besichtigt werden.

Tipps zur Wasserversorgung

  • Weidetiere müssen ständig Zugang zu sauberem Wasser haben.
  • Wassermangel oder verschmutztes Wasser führen zu einer schlechteren Futteraufnahme, erhöht den Stress der Tiere und belas­tet den Stoffwechsel und die Tiergesundheit. So stellte Dr. Leisen 2003 (LWK Nordrhein-West­falen) bei einer Praxiserhebung erhöhte Zellzahlen auf Weidebetrieben fest bei:

             - nicht ausreichender Wasserversorgung (oder Wasserqualität), teilweise zu wenige Tränken

            -  zu großem Abstand zwischen Liegeflächen und Tränken

Tabelle: Richtwerte für den Wasserbedarf auf der Weide (aus ÖAG Info 4/2006)

 

Tränkwasserbedarf in l je Tier und Tag

Mittelwert

Maximalwert

Milchkühe

Mutterkühe

Kalbinnen über 1 Jahr

70

50

25

180

100 – 120

70

Erreichbarkeit innerhalb von 50 -150 m

  • Je höher die Leistung desto kürzere Wege zur Wasserstelle sind anzustreben.
  • Sehr wichtig ist eine ausreichende Anzahl von Tränken (zumindest 2), bzw. eine entsprechende Länge des Troges mit einem hohen Wasserzufluss. Bei zu wenig Tränkemöglichkeiten nehmen rangniedrige Tiere weniger Wasser auf!

Wassertemperatur

Wassertemperaturen unter 15 °C sind anzustreben. Hohe Temperaturen im Sommer liefern Schadkeimen beste Wachstumsbedingungen. Das macht eine häufige Erneuerung des Tränkewassers (Fässer) bzw. Reinigung der Tränken im Abstand von ein bis zwei Tagen notwendig.

Verschmutztes Wasser darf nicht angeboten werden.

Auch feuchte Tränkestellen erhöhen das Parasiten- und Krankheitsrisiko. Günstige Versor­gungseinrichtungen stellen einfache Trinkwasserringleitungen, Quellfassungen, Weidebrunnen sowie Wasserfässer mit Tränkebecken dar. Eine Nutzung von Oberflächengewässern ist nicht zu empfehlen.

Weidepumpen müssen ausreichend dimensioniert sein, um längere Wartezeiten an der Tränke zu vermeiden. Um Boden- und Narbenschäden sowie Morastbildung im stark frequentierten Tränkebereich zu vermeiden, sollten die Versorgungseinrichtungen versetzbar sein oder wasserdurchlässig befestigt werden (ÖAG Info 4/2006).

Durch Tränkestellen Kot- und Harnverteilung lenken.

Eine gleichmäßige Verteilung der Tränkestellen verbessert die Verteilung der Kot- und Harnausscheidungen.

Hitzeschutz

Je nach Leistungsniveau und Umweltbedingungen kann in unseren Breiten ab Temperaturen von 25 bis 28 °C von beginnendem Hitzestress bei Rindern ausgegangen werden. Bei darüber hinaus gehenden Temperaturen erhöht sich die Atemfrequenz, nimmt die innere Körpertemperatur zu und geht die Futteraufnahme und Milchleistung zurück und steigt die Stoffwechselbelastung. Dieser Stress reduziert aber auch die Abwehrkräfte der Tiere, sodass auch vermehrt Euterentzündungen auftreten können. Abhilfe kann an heißen Tagen durch das Anbieten von Schattenplätzen  (freier Zugang zum Stall, verkürzte Weidedauer, Schattenplätze unter Bäumen etc.) oder auch durch das Anbringen einer Sprenkelanlage geschaffen werden. Auch auf die Bedeutung einer ständig zugängigen Wasserversorgung wird in diesem Zusammenhang hingewiesen.