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Dissertation zur Bedeutung von Langzeitbeobachtungen bei Grünlandversuchen

Grünland ist ein vielseitiges und wichtiges Element der österreichischen Kulturlandschaft und dient in Form von Mähwiesen und Weiden nicht nur der Viehwirtschaft als Futtergrundlage, sondern mit Bodenschutz, Wasserhaushalt und Artenvielfalt hat diese Bewirtschaftungsform weit darüberhinausgehende Funktionen. Die (Wieder-) Herstellung bzw. Rekultivierung von Grünlandflächen gehört sowohl zur landwirtschaftlichen als auch zur naturschutzfachlichen Praxis.

Übergeordnete Problemstellung

Verschiedenste Fragestellungen zur Thematik der Grünland-Rekultivierung werden meist in Projekten mit einer begrenzten Laufzeit von 3 bis maximal 5 Jahren untersucht. Am Ende dieses Zeitraums steht die Evaluierung an – aber reichen diese relativ kurzen Zeiträume für eine fundierte Bewertung dieses sehr dynamischen Vegetationstyps? Um diese Frage zu beantworten, wurden von Dr. Silke Schaumberger im Rahmen ihrer Dissertation „Grassland restoration success – Comparison of initial and long-term evaluation“ zwei Rekultivierungsprojekte der HBLFA Raumberg-Gumpenstein 10 bzw. 18 Jahre nach der Versuchsanlage neuerlich untersucht und evaluiert. In beiden Fällen wurden die Langzeit-Ergebnisse mit der ersten Evaluierung verglichen, was sich als sehr aufschlussreich erwies. Die Ergebnisse wurden jeweils international publiziert.

Veröffentlichung: „Erfolgreiche Übertragung artenreichen Grünlands mittels Grünschnitt oder Druschmaterial: macht die Methode langfristig einen Unterschied?“

Basierend auf dem Central Europe-Projekt SALVERE (Semi-natural Grassland as a Source of Biodiversity Improvement, Laufzeit 2009-2011) wurde ein Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen Saatgutübertragungsmethoden von artenreichem Grünland erneut evaluiert und die Ergebnisse international publiziert. Es konnte gezeigt werden, dass artenreiches Wiesensaatgut auch langfristig auf voneinander abweichende Standorte übertragen werden kann und es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Übertragung mittels Heudrusch oder Grünschnitt gibt. Langfristig kam es allerdings zu einer Einwanderung von unerwünschten Arten und einer Anpassung im Pflanzenbestand an die von der Spenderfläche abweichenden Standortbedingungen. Diese Entwicklungen waren bei der Evaluierung am Ende der offiziellen Projektlaufzeit nicht noch nicht erkennbar.

 

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Veröffentlichung „Langfristig nachhaltige Wald-Weide-Trennungen – eine Frage der Saatgutmischungen und des Managements“

Beim zweiten, erneut evaluierten Projekt handelte es sich um eine Weidefläche, die im Rahmen einer Waldweidetrennung 1998 auf einem sauren, montanen Standort im Eschwald bei Mürzzuschlag angelegt wurde. Es zeigte sich bei den Wiederholungsaufnahmen der Vegetation, dass eine einmalige Kalkung während der Anlage auch nach fast 20 Jahren noch zu signifikant besseren Ertrags- und Vegetationsparametern führt. Standortgerechtes Saatgut etablierte sich unter den schwierigen Standortbedingungen erwartungsgemäß langfristig besser als handelsübliches Samenmaterial für Gunstlagen, aber auch hier konnten sich unerwünschte Arten vor allem bei fehlender Kalkung etablieren. Die langfristig beobachtbare Verschlechterung des gesamten Pflanzenbestandes ist auf das Weglassen jeglicher Pflege- und Managementmaßnahmen zurückzuführen.

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Fazit

Zusammenfassend unterstreicht die Dissertation die große Bedeutung von Langzeitbeobachtungen bei Grünlandversuchen, insbesondere von Rekultivierungen, da diese aufgrund der Dynamik und Anpassungsfähigkeit des Pflanzenbestandes oft erst nach längeren Beobachtungen verlässliche Ergebnisse liefern. Auch wenn Langzeitbeobachtungen zwangsläufig oft mit höheren Kosten einhergehen, stellen sie doch einen wesentlichen Forschungsbeitrag dar und können helfen, in der Zukunft Zusammenhänge zu verstehen, deren Fragestellungen heute eventuell noch gar nicht bekannt sind.

Dissertation von Dr. Schaumberger Silke

Team

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