In der Biologischen Schweinehaltung stellt das Abferkeln mit Sauen, die nicht fixiert werden, eine besondere Herausforderung dar. Viele Betriebe haben aufgrund einer hohen Funktionssicherheit freie Abferkelbuchten nach dem System FAT-2 eingebaut. Diese Bucht wurde an der Forschungsanstalt Tänikon (CH) entwickelt und für den Biobereich mit einem Auslauf ausgestattet. Am Standort Wels werden sowohl Einzel- als auch Gruppenabferkelung praktiziert. Ziel der Untersuchungen ist der Vergleich dieser beiden Systeme unter den Gegebenheiten des Versuchsstandortes Wels/Thalheim. Als Messparameter dienen die biologischen Leistungsdaten der Tiere wie gesamtgeborene Ferkel je Wurf, lebendgeborene Ferkel je Wurf, Verluste in den ersten Lebenstagen, Verlustursachen, vorgeburtliches Verhalten, Nestbauverhalten, Geburtsdauer, etc.
Ergebnis in Kurzform:
In der Bio-Sauenhaltung kommt der Bauweise der Abferkelbuchten besondere Bedeutung zu. Die getesteten Buchten mit Außenfütterung funktionieren gut, fast alle Sauen koten und harnen im Außenbereich, die Luftqualität im Stall ist sehr gut. Werden Kotplatz und Liegebereich von der Sau getrennt sind die zum Teil empfohlenen 3% Gefälle in der Abferkelbucht zu hinterfragen. Die Untersuchungen zeigten, dass ein Gefälle von 5% im Abferkelbereich für eine ferkelnde Sau ungünstig ist. Die Sauen rutschten nämlich zum Großteil während des Geburtsvorgangs (Vorwärtsbewegung bedingt durch die Wehen) entlang des Gefälles in den ebenen Gangbereich bzw. legten sich zur Geburt vorab bereits dort hin. Damit stieg die Entfernung zwischen Geburtsort und Ferkelnest. Der Ausgleich des Gefälles brachte eine Verlagerung des Abferkelplatzes in Richtung Ferkelnest, die Stunden bis zur Nestbenützung wurden halbiert. Die rasche Nestannahme ist bei unbeheizten Stallungen, bei mäßiger Geburtsbetreuung und bei kaltem Winterwetter sicher wichtig. Eine statistische Absicherung der verbesserten Aufzuchtleistung konnte jedoch im vorliegenden Versuch nicht erreicht werden. Die Jungsauen nutzten die Bucht wie geplant beziehungsweise gewünscht, dies war eine sehr wertvolle Ergänzung bei dieser Buchtprüfung. Neue Buchten und auch Bucht-Umbauten sollten deshalb mit Jungsauen getestet werden.
Dafne-Projekt: "Projekt-1150"



