Der Versuch erfolgte an der BAL Gumpenstein von Juli bis September 1999 in Form eines lateinischen Quadrates über einen Zeitraum von 12 Wochen. Die Fütterung der 9 Versuchstiere erfolgt entweder bei Nachtweide- (3 Tiere) oder bei Tagweidehaltung (3 Tiere) sowie bei Stallhaltung (3 Tiere). Jedes Tier kam in jede Behandlung. Die Grundfutterration setzte sich in beiden Haltungssystemen aus 50% Grünfutter, 25% Heu und 25% Maissilage zusammen. Die Fütterung von Heu, Maissilage und Kraftfutter erfolgte im Stall in Anbindehaltung. Ab 13 kg Milch wurden je 2 kg Milchmehrleistung 1 kg Kraftfutter zugefüttert. Bei der Beweidung bzw. Nutzung des Grünfutters wurde nach Möglichkeit auf eine gleichbleibende Qualität (Ähren-Rispenschieben) geachtet. Es wurde der 2. bis 4. Aufwuchs eines Dauergrünlandbestandes genutzt. Die Grünfutteraufnahme war bei Nachtweidehaltung signifikant verringert. Grund dafür könnte, trotz geringfügiger Grünfutterselektion, der Einfluss der Tageslänge sein. Von Juli bis September nahm die Fressdauer ab. Die Aufnahme von Heu war bei Nachtweidehaltung signifikant, die der Maissilage tendenziell erhöht. Insgesamt erzielte die Nachtweidegruppe im Vergleich zur Tagweide- und Stallgruppe eine signifikant geringere Nährstoffaufnahme. Die höchste Grünfutteraufnahme konnte bei Tagweidehaltung festgestellt werden. Die Milchleistung unterschied sich nicht signifikant zwischen den Versuchsgruppen. Bei den Verhaltensuntersuchungen wurde nach dem Austrieb eine intensive Fressphase beobachtet. Die Tiere waren rund 50 Minuten in der Stunde damit beschäftigt, Futter aufzunehmen. Nach dieser ersten Fressphase fiel die Fresszeit auf ein Niveau von etwa 30 Minuten pro Stunde ab. Die Nachtweidegruppe zeigte ebenfalls nach Weideaustrieb eine intensive Fressphase. Die Futteraufnahme ging jedoch mit Einbruch der Dunkelheit deutlich zurück und blieb danach in der Nacht etwa auf einem Niveau von 5 bis 10 Minuten pro Stunde. Es zeigten sich sowohl Einflüsse der Tageslänge als auch des Klimas auf das Verhalten. In der betriebswirtschaftlichen Bewertung stellte sich die Tagweidehaltung im vorliegenden Versuch als die wirtschaftlich günstigste Variante heraus.



