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Umweltbewertung von Bio-Milchviehbetrieben mit geschlossenen regionalen Produktionskreisläufen im Bezirk Lungau

Milcherzeugung in benachteiligten Gebieten hat in Österreich eine hohe Bedeutung. Neun von zehn Litern angelieferter Milch werden in diesen Gebieten produziert, oft auch als Bio-Milch.

Die Milchproduktion trägt aber auch dort zu Umweltwirkungen bei wie etwa Treibhausgasemissionen, Nährstoffverlusten und Flächenverbrauch. Um diese exemplarisch zu bewerten, wurden Lebenszyklusanalysen von 20 Bio-Milchviehbetrieben in der Region Lungau erstellt. Kumulierter Exergiebedarf (CExD), normalisiertes Eutrophierungspotenzial (EP), aquatisches Ökotoxizitätspotenzial (AE) und Treibhauspotenzial (GWP) wurden als Wirkungskategorien zur Beschreibung der Umweltwirkungen der Betriebe herangezogen.

Auswahl der Betriebe

Die Betriebe waren Teil eines Pilotprojekts mit dem Ziel, hochwertige Milchprodukte zu erzeugen und Produktionskreisläufe innerhalb der Projektregion zu schließen. Folglich war der Zukauf von wichtigen Ressourcen außerhalb des Betriebs nur innerhalb der Projektregion möglich. Die Umweltwirkungen der 20 Betriebe wurden dabei auf die funktionalen Einheiten (FU) von 1 kg energiekorrigierter Milch (ECM) und 1 ha landwirtschaftlicher Fläche für die Milchproduktion bezogen und mit einem repräsentativen Modell-Milchviehbetrieb (MDF) verglichen.

Ergebnisse

Im Vergleich zum MDF zeigen die Ergebnisse der Lungauer Betriebe ∼58% weniger EP pro ha und -44% pro kg ECM. Außerdem war der CExD pro ha um 24% niedriger, was auf einen geringeren Ressourceneinsatz aufgrund der geringeren Produktionsintensität der Lungauer Betriebe hinwies. Hinsichtlich des GWP sind die Lungauer Betriebe günstig, wenn man 1 ha als FU heranzieht, während die MDF vorteilhaft erscheint, wenn 1 kg ECM als FU verwendet wird. Insgesamt identifizierten wir drei Hauptproduktionsparameter, die die Umweltleistung der Milchproduktion in einem geschlossenen Produktionskreislauf in einem benachteiligten Gebiet bestimmen, nämlich (1) die Besatzdichte (2) das gefütterte Kraftfutter und (3) das zugekaufte Raufutter. Unter Verwendung dieser Inputs bei mäßiger Intensität können die extensiv bewirtschafteten Lungauer Betriebe einen wettbewerbsfähigen Beitrag zur Erzeugung von Nahrungsmitteln beitragen und damit die Bedeutung einer standortangepassten Landwirtschaft unterstreichen.

Informationen zur Studie

Diese Studie wurde im Rahmen der Projekte Reine Lungau B³  und FarmLifeCF erstellt.

Mehr Informationen zu den Ergebnissen finden Sie in dieser Publikation.

Team

Herndl Markus, Dr.

Dr. Markus Herndl

Bodenkunde und Lysimetrie
Grassauer Florian, DI

DI Florian Grassauer

ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter