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Geruchsemissionen aus Biogasgüllen und deren Minderungsmöglichkeiten durch Zusätze

Pöllinger Alfred, DI

DI Alfred Pöllinger

Innenwirtschaft

Die Biogaserzeugung hat seit der Novellierung des ELWOG neue, entscheidende Anreize bekommen, viele Anlagen sollen noch im kommenden Jahr errichtet werden. Immer mehr Anlagenbetreiber bzw. bauwillige Anlagenbetreiber werden auf Grund von Geruchsbelästigungen mit Nachbarschaftsbeschwerden und Baubescheidsbeeinspruchungen konfrontiert.

Bei der Biogaserzeugung im landwirtschaftlichen Bereich werden neben den Wirtschaftsdüngern (Gülle und Festmist) auch Cofermentationsprodukte eingesetzt, die eine geruchsintensive und prozessstörende Wirkung haben können (Speisereste, Flotatfette, Schlachtabfälle, ...). Außerdem bringen bestimmte Cofermentationsprodukte bzw. Mischungen daraus den Prozessablauf in Biogasanlagen zum Kippen und bewirken damit einen großen wirtschaftlichen Schaden. Im großtechnischen Kläranlagenbau und -betrieb werden Alumosilikate im Bereich der Prozessstabilisierung erfolgreich eingesetzt. In landwirtschaftlichen Anlagen und aus Laboruntersuchungen gibt es dazu vereinzelt unterschiedliche Beobachtungen und Ergebnisse.

In mehreren landwirtschaftlichen Biogasanlagen soll der gesamte Prozessablauf exakt erfasst und dokumentiert werden. Dazu werden sämtliche In- und Outputmaterialien quantitativ und qualitativ erfasst. Wichtige analytische Parameter im Gärsubstrat sind: pH-Wert, Gesamt_N, Ammonium_N, TM-Gehalt, Rohasche, Rohfett, Rohprotein, Rohfaser, organischer Kohlenstoffgehalt, Zucker, Stärke, Schwefel, Gärsäuren und CSB Wert. Das anfallende Biogas wird parallel dazu qualitativ (Schwefel, Methan, Sauerstoff) und quantitativ erfasst.

In einem Zeitraum von jeweils 4 Wochen werden bei möglichst gleichmäßiger Substratzusammensetzung sämtliche Daten erhoben und dokumentiert. Im Anschluss an diese Messphase werden der Gärsubstratmischung täglich Alumosilikate mit 5% bezogen auf die oTS beigemengt und weitere 4 Wochen der Gärprozess genauestens analysiert. Mittels olfaktometrischer Untersuchungen soll das Geruchsbildungspotenzial bei unterschiedlichen Behandlungen der einzelnen Mischungen und Endmaterialien, parallel zu den analytischen Erhebungen gemessen werden.

Mittels elektronischer Nase wird ein geruchssensorisches Dauermonitoring aufgebaut, das parallel zu den analytischen und olfaktometrischen Messungen wichtige Messergebnisse bezüglich extremer Betriebssituationen liefern soll.

Biogasanlage

Biogasanlage

 Quelle: HBLFA Raumberg-Gumpenstein/Pöllinger A.

 

Biogasertrag und Geruchsemissionen aus Gärsubstraten und Gärrückständen aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen

Pöllinger Alfred (2005 - 2007)
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