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Einfluss der Nutzungsrichtung und Lebendmasse von Milchkühen auf die Nährstoffeffizienz, Umweltwirkung und Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion

Durch die Verbesserung von Futterqualität und Haltungsbedingungen, sowie durch neue Zuchtmethoden und den Zuchtfortschritt sind die Leistungen von Milchkühen in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, womit sich auch die Einnahmen aus der Milchproduktion erhöht haben. Anderseits ist die Gesundheit, Fruchtbarkeit und damit auch die Nutzungsdauer zurückgegangen. Für die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes spielen jedoch nicht nur die Einnahmen eine große Rolle, sondern auch die Ausgaben. Das Verhältnis zwischen den Ein- und Ausgaben nennt man Effizienz, welches ein zentrales Merkmal zur Beurteilung des Erfolgs jedes Produktionsprozesses ist. Bei der Milchproduktion gibt es verschiedene Effizienzmerkmale wie z.B. Genotyp und die Lebendmasse innerhalb eines Genotyps. In einer gesamtheitlichen Betrachtung des Produktionssystems, müssen aber auch Fleischleistung und die Fitness der Kühe berücksichtigt werden.

Seit 2012 wurde daher an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ein sehr umfangreiches und langfristiges Effizienz-Projekt durchgeführt, wo untersucht wurde, welchen Einfluss der Genotyp und die Fütterungsintensität auf die Gesamteffizienz des Produktionssystems „Rinderhaltung“ hat. Im vorliegenden Abschlussbericht werden die Ergebnisse aus dem Fütterungsversuch mit Milchkühen dargestellt.

Es wurden verschiedene Genotypen mit unterschiedlicher Milchbetonung, Körpermasse und Nutzungsdauer verglichen, und zwar bei unterschiedlichen Fütterungsintensitäten. Die im Versuch geprüften Genotypen waren Fleckvieh Kombiniert (FVKO), Holstein Hochleistung (HOHL), Holstein Neuseeland (HONZ) und Holstein Lebensleistung (HOLL). Das Grundfutter wurde täglich tierindividuell eingewogen, Kraft- und Mineralfutter wurden über eine Kraftfutterstation gefüttert. Neben der Futteraufnahme und des Futterniveaus, wurden auch Milchleistung und Milchinhaltsstoffe täglich bestimmt. Die Körpermasse wurde einmal pro Woche ermittelt und zu festgelegten Terminen wurden BCS und Rückenfettdicke gemessen sowie Blutproben zur Bestimmung wichtiger Stoffwechselparameter gezogen. Die Fleischleistung wurde an den männlichen Nachkommen untersucht.

Die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes zeigen deutlich, dass verschiedene Milchkuh-Genotypen unterschiedlich auf verschiedene Futterniveaus reagieren. Das höchste Milchleistungspotenzial erzielte der HOHL-Genotyp, denn bei diesem ist der Stoffwechsel am stärksten auf Milchproduktion ausgerichtet. Bei allen anderen untersuchten Genotypen ist der Vorrang der Milchbildung nicht so stark ausgebildet, was sich in höheren BCS-Werten und geringeren negativen Energiebilanzen zu Laktationsbeginn wiederspiegelt. Somit kann man daraus schließen, dass höher leistende Tiere in den Gesundheits- und Fruchtbarkeitskriterien schlechter abschneiden, während Tiere mit geringerem Leistungspotenzial hinsichtlich Fitness überlegen sind. Entscheidend ist, dass die Wahl des Genotyps und der Fütterungsintensität immer gut auf die Betriebssituation abgestimmt wird.