Ertrag, Pflanzenbestand und Wasserverbrauch

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Ertrag, Pflanzenbestand und Wasserverbrauch

Grünland stellt mit insgesamt 1,34 Mio. Hektar die flächenmäßig wichtigste Kulturart in der österreichischen Agrarlandschaft dar. Im EU Vergleich ist der Anteil an Dauergrünland, das sind Flächen die per Definition mindestens fünf Jahre nicht Teil der Fruchtfolge sind, also nicht umgebrochen werden, deutlich erhöht. Dies lässt sich auf den hohen Anteil an benachteiligten Gebieten entlang des Alpenbogens zurückführen, welche aufgrund von ungünstige klimatische Bedingungen, schwer zu bearbeitenden Geländeformen, oder seichtgründigen und steinigen Böden nur als Dauergrünland nutzbar sind.

Ähnlich wie die klimatischen Bedingungen und die Topografie ist auch die Bewirtschaftung des österreichischen Grünlandes sehr heterogen und reicht von intensiven Vielschnittwiesen bis hin zu extensiven Hutweiden, einmähdigen Wiesen, Almen und Bergmähdern.

Nach dem Konzept der standortangepassten Grünlandbewirtschaftung ist die mögliche Intensität der Bewirtschaftung maßgeblich vom Standort abhängig. Eine Auswertung der Trockenmasse- und Energieerträge in Abhängigkeit der Bodenklimazahl zeigt den großen Einfluss des Standortes auf Ertrag und Futterqualität. So kann auf sehr guten Dauerwiesenstandorten mit gut 10 Tonnen Trockenmasseertrag pro Hektar gerechnet werden, wohingegen dieser Wert auf schlechteren Standorten auf die Hälfte schrumpft. Auch die Futterqualität in Form von Energie, Verdaulichkeit und Rohproteingehalt liegt in den Gunstlagen deutlich höher als in den benachteiligten Gebieten.

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Abbildung 1: Wirtschaftsdünger enthalten wertvolle Nährstoffe und sichern ein optimales Wachstum

 

Diese hohe Variabilität von Ertrag und Futterqualität geht auch mit sehr unterschiedlichen Nährstoffentzügen einher und muss deshalb bei der Düngung beachtet werden. Ein Großteil des österreichischen Grünlandes wird mit sogenannten Wirtschafsdüngern, dazu gehören Mist, Jauche, Gülle und Kompost, gedüngt. Im Sinne einer standortangepassten Bewirtschaftung werden nicht bloß gesetzliche Vorgaben bei der Düngung eingehalten, sondern auch die Produktionsbedingungen wie Standort, Klima und der Pflanzenbestand im hohen Maße miteinbezogen.

Der Pflanzenbestand wird ebenfalls maßgebliche vom Standort, der Bewirtschaftungsintensität und der Düngung beeinflusst. Wirtschaftsgrünland, also Grünlandflächen die dreimal oder öfter pro Jahr genutzt werden, weisen in der Regel einen höheren Anteil an Gräsern und einen geringeren Anteil an Kräutern auf. Die häufige und frühe Nutzung, mit dem Ziel eine hohe Futterqualität zu erzielen, führt mit der Zeit zur Reduktion von Grünlandarten, welche auf eine natürliche Versamung angewiesen sind. Aus diesem Grund muss auf diesen Flächen von Zeit zu Zeit qualitativ hochwertiges Saatgut mit den erwünschten Bestandespartnern ausgebracht werden. Diese Flächen stellen die zentrale Produktionsgrundlage für die viehhaltenden Betriebe zur Produktion von hochwertigen Milch- und Fleischprodukten dar. Die extensiven Grünlandflächen mit bis zu zwei Nutzungen pro Jahr zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs und sind besonders schützenswert. Durch die stetige Intensivierung bzw. die Nutzungsaufgabe in erschwerten Lagen geraten diese Flächen jedoch zusehends unter Druck. Spezielle Fördermaßnahamen und Ausgleichszahlungen, welche in Kooperation mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ausgearbeitet werden, sollen diesen Trends entgegenwirken.

 

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Abbildung 2: Mehrmähdiges Wirtschaftsgrünland (links) liefert hohe Futtererträge bei bester Qualität; extensiv genutztes Grünland (rechts) gehört zu den wertvollsten Biodiversitätsflächen

 

Das Grünland stellt im Gegensatz zu anderen Standorteigenschaften an die Wasserversorgung hohe Ansprüche und zählt zu den wasserbedürftigen Kulturen. Immer häufiger vorkommende Dürreperioden schränken die Ertragsfähigkeit von Grünlandbeständen stark ein. Zahlreiche pflanzenbauliche Versuche an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein widmen sich dieser Thematik und haben das Ziel auch unter zukünftigen Klimabedingungen die Erträge, Futterqualitäten und die floristische Diversität und somit eine ansprechende Kulturlandschaft zu sichern.

ProjektleiterIn

Klingler Andreas, DI

DI Andreas Klingler

Agrar- und Umweltinformatik

Team

Resch Reinhard, Ing.

Ing. Reinhard Resch

Futterkonservierung und Futterbewertung