Bio-Landwirtschaft & Nutztierbiodiversität
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Bioschweinehaltung

Welcon Abferkelbuchten im modularen Holzstall

 

Film zum modularen Holzstall Teil 1 (hier klicken)

Film zum modularen Holzstall Teil 2 (hier klicken)

Im Gegensatz zur Biomilchviehhaltung stellt die Bioschweinehaltung einen äußerst kleinen Prozentsatz (ca. 2%) an der gesamtösterreichischen Schweineproduktion dar. Die Unterschiede zur konventionellen Haltung sind v.a. im Abferkelbereich groß, was viele Landwirte vor einer Umstellung auf Bioschweinehaltung zögern lässt. Freies Abferkeln ohne Ferkelschutzkorb mit verlängerter Säugezeit von mindestens 40 Tagen kennzeichnen die biologische Ferkelproduktion. Zusätzlich ergibt sich durch Einschränkungen im Futtermittelbereich (GVO-Freiheit, Verzicht auf Extraktionsschrote, synthetische Aminosäuren und Enzyme) eine weitere Herausforderung bei der Ferkelaufzucht und der Versorgung der säugenden Zuchtsau. Das Anbieten eines Auslaufs unterscheidet die Bioschweinehaltung von der konventionellen Haltung auch im Stallbau deutlich.

Schwerpunkte des Referates

Das Referat Tiergesundheit Schwein beschäftigt sich in erster Linie mit Fragen der präventiven Tiergesundheit. Da der Begriff Tiergesundheit eng mit Begriffen wie Haltung, Fütterung und Management verbunden ist, stellt sich für uns ein komplexes Aufgabengebiet mit vielen interessanten Teilbereichen dar.

Hauptschwerpunkte werden in den Bereichen Management, Gesundheitsvorsorge mit Heilpflanzen und anderen biogenen Stoffen, Verbesserung des Wohlbefindens durch tiergerechte Stallhaltung und Fütterung von Sauen und Ferkeln unter den Bedingungen der EU-Bio Verordnung 834/2007 bzw. 889/2008 gesetzt.

Neuer Impfstoff gegen Coli–Ödemkrankheit zugelassen

Die IDT Biologika GmbH produziert einen neuen Impfstoff gegen die Ödemkrankheit beim Ferkel, der eurpaweit zugelassen wurde. Damit gibt es laut Hersteller erstmalig eine wirksame Vorbeugung gegen diese wirtschaftlich bedeutende Erkrankung bei Aufzuchtferkeln. ECOPORC SHIGA ist ein one shot Impfstoff, der bereits ab dem 4. Lebenstag verabreicht werden kann. Der Impfschutz hält bis etwa zur 15. Lebenswoche, also weit in die Mast hinein. Studien belegen die Wirksamkeit gegen Shiga-toxin-produzierende E.coli-Bakterien, wobei eine Reduzierung auf nahezu 0 % erreicht wurde.

Betriebe, die in der Vergangenheit Probleme mit Ödemferkeln hatten sollten sich an ihre/n Tierarzt/ärztin wenden um den möglichen Einsatz einer Impfung zu besprechen.

Die folgenden Kapitel geben einen Eindruck über die Arbeit des Referates und sind nach fachlichen Themen unterteilt:

Tiergesundheit allgemein

Orale Eisenversorgung für Bioferkel

Eisen stellt in der Entwicklung der Ferkel einen wesentlichen Nährstoff dar. Als zentraler Bestandteil von Blut- und Muskelfarbstoff ist Eisen lebensnotwendig. Viele Enzyme sind auf das Vorhandensein von Eisen im Körper angewiesen.

Die Muttermilch enthält deutlich weniger Eisen, als die Ferkel zum Leben benötigen. Etwa 1/10 der Versorgung kann über die Milch gewährleistet werden. Der Rest muss extern zugeführt werden. Üblich ist die Verabreichung einer „Eisenspritze“ am 2. oder 3. Lebenstag. Dabei wird eine organische Eisenverbindung (meist Eisendextran) in die Muskulatur des Ferkels verabreicht und stellt die Eisenversorgung für die ersten 14 Lebenstage sicher. Danach nehmen die Ferkel Eisen über Festfutter auf und decken den Bedarf auf diese Weise.

Eisen könnte auch in Form von Pasten gegeben werden, dazu sind aber spezielle chemische Verbindungen nötig (Dextran, Fumarat,…) Da die EU-Bio-Verordnung 889/2008 Eisen zur oralen Aufnahme nur in den Formen Eisencarbonat, -sulfat oder –oxid erlaubt, ist diese Form für Biobetriebe de facto nicht verfügbar.

  • Orale Eisengabe bei Saugferkel - Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die Problematik im Biobetrieb und stellt Ergebnisse eigener Versuche mit anorganischen Eisenpasten dar.

  • Ein heißes Eisen BIO AUSTRIA - BIO AUSTRIA  Zeitschrift 6/2006, S. 40/41: Kurzbericht über die Erfahrungen mit einer anorganischen Eisenpaste

  • Orale Eisengabe bei Saugferkel unter den Bedingungen der ökologischen Ferkelerzeugung - Beitrag zur Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau 2009

Parasitenmanagement

Schweine werden Zeit ihres Lebens von „Mitessern“ heimgesucht. Diese Parasiten können in Form der „Ektoparasiten“ auf der Hautoberfläche (Läuse) oder in der Haut (Milben) leben und Schäden anrichten, oder als „Endoparasiten“ im Körper schmarotzen (Würmer).

Gerade für Biobetriebe ist die Frage nach dem Umgang mit den Schmarotzern eine Wesentliche, werden doch zur Bekämpfung vielfach chemisch synthetische Arzneimittel eingesetzt.

Alternative Therapien wie Homöopathie oder Phytotherapie erzielen in der Parasitenbekämpfung nur ungenügende Erfolge. Zwar stärken diese Therapien die Abwehrkraft der Tiere, eine Behandlung mit solchen Mitteln führt jedoch bei starkem Parasitenbefall nicht zur Besserung. Deshalb ist am Biobetrieb unbedingt ein strategisches Konzept zur Bekämpfung von Parasiten zu verfolgen.

  • Endo- und Ektoparasiten beim Schwein - Übersichtsvortrag mit Fokus auf wirksame chemisch-synthetische Präparate

  • Nicht wegschauen, strategisch bekämpfen - Bio Austria Zeitschrift 4/2008, S.34-35 - Information zu den häufigsten Parasiten, für landwirtschaftliche Betriebe kurz zusammengefasst

  • Parasitenbroschüre - LFI 2004 - von Tierärzten und Beratern zusammengestellt gibt diese Broschüre einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Parasiten und ihre Bekämpungsmöglichkeit

Tiergesundheit und Fütterung

Tiergesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Zusammenfassend wird gerne das Wort „Management“ verwendet. Dabei spielen die Entscheidungen des Tierbetreuers /der Tierbetreuerin eine wesentliche Rolle. Warum spielt es eine Rolle, aus welchem Betrieb Tiere zugekauft werden, wie hoch wählt ein Landwirt die Besatzdichte im Stall? Hat das Beschäftigungsmaterial Einfluss auf Verhaltensänderungen der Tiere? Wie hängt der Gesundheitszustand der Herde mit dem Wohlbefinden der Betreuer zusammen. Viele ungeklärte Fragen, die auf wissenschaftlicher Ebene nicht immer leicht zu beantworten sind. In den aufgeführten Publikationen stehen diese Fragen im Mittelpunkt.

Warum werden Tiere krank? Dieser Vortrag versucht am Beispiel der Schafhaltung allgemeine Zusammenhänge zwischen Tierbetreuung und Tiergesundheit aufzuzeigen Vortrag Schaftzuchtverband 2010

Ist Tierzukauf ungesund Bio Austria Zeitschrift 1/2006, S.42-43 - Jeder Tierzukauf beeinflusst die Herdengesundheit. Fremde Tiere bringen unbekannte Keime in den Stall und können so Krankheiten begünstigen oder auslösen. Der Artikel beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Tierverkehrs und gibt Hinweise zur Vermeidung von Fehlern beim Tierzukauf.

Schweine brauchen Mineralstoffe: Ernte Zeitschrift 1/2006, S. 40-41- Biobetriebe vertrauen auf ein hohes Kompensationsvermögen ihrer Tiere durch Förderung der Haltungsbedingungen, Anbieten variantenreicher Rationen und Vermeidung von Stress. Trotzdem müssen Grundregeln bei der Ernährung von wachsenden Tieren eingehalten werden. Mangelnde Zinkversorgung kann z.B. zu gravierenden Hautveränderungen führen.

Parakeratose in einem biologisch wirtschaftenden Schweinemastbetrieb: wissenschaftlicher Bericht über die Auswirkungen einer Zinkmangelernährung bei Mastschweinen.

Schwanzbeißen bei Bioferkel: Auch in gut geführten Biobetrieben können Verhaltensauffälligkeiten wie das sogenannte "Schwanzbeißen" auftreten. Nicht immer ist die Ursache klar ersichtlich. Das Merkblatt gibt Hinweise, die bei der Aufklärung der Ursache hilfreich sein können.

Veterinärmedizinische Betreuung von Bioschweinen: Der fortschrittliche Landwirt 12/2007, S. 16-17 - Ein Artikel für Landwirte, die an einem Umstieg auf Biologische Schweinehaltung interessiert sind. Die Eckpunkte der Behandlungsmöglichkeiten bei Bioschweinebetrieben in übersichtlicher Form dargestellt.

Kastration im Biobetrieb

Die Kastration männlicher Saugferkel wird in den ersten 7 Lebenstagen durchgeführt. Zweck der Maßnahme ist die Verhinderung einer geschlechtsbedingten negativen Beeinflussung des Fleisches durch die Substanzen Androstenon  und Skatol. Seit einigen Jahren wird auf Biobetrieben vor der Kastration ein Schmerzmittel verabreicht, um die auftretenden Wundschmerzen zu dämpfen. Die hier dargestellten Publikationen geben einen Hinweis darauf, wie komplex dieses Thema ist und welche Auswirkungen ein Verzicht auf die Kastration nach sich ziehen würde. Auch wenn vom ethischen Standpunkt die Bewahrung der vollständigen Integrität der Tiere nachvollziehbar ist, wirft ein möglicher Verzicht auf die Kastration viele neue Fragen auf. Derzeit liegt ein Termin für ein europaweites Ende der betäubungslosen Kastration mit 2018 am Tisch.  Abhängig vom Erfolg der derzeit intensiven Bemühungen, unterschiedliche Narkoseformen in der Praxis zu etablieren, sowie der Einführung der Ebermast bei großen Schlachtunternehmen, kann dieser Termin halten oder noch weiter nach hinten verschoben werden.

  • Aktuelle Aspekte der Kastration männlicher Ferkel. 1. Mitteilung

  • Aktuelle Aspekte der Kastration männlicher Ferkel. 2. Mitteilung: wissenschaftlicher Beitrag als Grundlage der Kastrationsdiskussion. Neben einer Beschreibung der derzeitigen Praxis und möglicher Alternativen wird am Ende des Beitrages eine ethische Bewertung der unterschiedlichen Alternativmethoden vorgenommen.

  • Wie weit muss Tierschutz gehen:  Zeitschr.der ÖBV 3/2009, Nr. 308,S. 12-13 - Übersichtsartikel mit Darstellung möglicher Alternativen
  • Chirurgische Ferkelkastration - gibt es Alternativen? Vortrag anlässlich der Nutztierschutztagung 2006 am LFZ Raumberg-Gumpenstein

  • Mast von immunkastrierten Schweinen - praktische Erfahrungen - Vortrag

  • Mast von immunkastrierten Schweinen - praktische Erfahrungen - Bericht zur Immunkastration anlässlich der Nutztierschutztagung 2010 am LFZ Raumberg-Gumpenstein

  • Merkblatt Ferkelkastration: Anweisung zur Verwendung eines Schmerzmittels vor der Kastration (2010). Derzeit sind in Österreich folgende Arzneimittel für die Behandlung der kastrationsbedingten Wundschmerzen zugelassen. (Stand Jänner 2013): Metacam®, Finadyne®, Melovem®, Rifen®

Management im Zuchtsauenstall

Gruppenhaltung ferkelführender Sauen: „Gruppensäugen" 

Produktionsrhythmus im Zuchtbetrieb - Vortrag 2007


Publikation: Stallbau für die Biotierhaltung - Schwein http://oekl.at/publikationen/lts/lts229/

• Pietrain x Duroc publiziert in BIO AUSTRIA 3/07

• Broschüre Qualitätsfleischerzeugung von Bio-Schweinefleisch 2006
• Magermilchpulver - hochwertiges Eiweiß für Saugferkel 2009
• 10. Wissenschaftstagung: Effekte systemtypischer Rationen auf Reproduktionsleistung und Gesundheit von laktierenden Zuchtsauen in der ökologischen Landwirtschaft
• Vortrag: Was leisten pflanzliche Stoffe (Solan)
• Forschungsbericht: Fütterungsstrategien in der biologischen Schweinefleischproduktion zur Gewährleistung der Nahrungsmittelsicherheit
• ISOFAR Tagung 2008: Effects of silage or probiotics on performance...

Stallbau

Welser Abferkelbucht: Abschlussbericht über Ergebnisse von 150 Abferkelungen in der Welser Abferkelbucht

WelCon Abferkelbucht: neue Entwicklung für Bio- und konventionelle Betriebe

Stallbau

Neu- und Umbauten sind kostenintensive Maßnahmen, die gut überlegt werden müssen. In den letzten Jahren haben sich im deutschsprachigen Raum viele neue Konzepte für die Biotierhaltung herauskristallisiert. War in Österreich zu Beginn der 2000er Jahre die sogenannte FAT-2-Bucht im Abferkelstall Standard, werden neuerdings vermehrt Buchten nach anderen Konzepten eingebaut. Zu dieser Entwicklung maßgeblich beigetragen hat die sogenannte SUMMENREGEL, die es den Landwirten ermöglicht, Stallfläche und Auslauffläche flexibler zu gestalten. In Absprache mit der zuständigen Behörde (BMG) wurden folgende Punkte vereinbart, unter denen die Anforderungen für Mindeststall- und Auslaufflächen ebenfalls erfüllt sind:

  1. Sowohl die Mindestgesamtfläche als auch die Mindestauslauffläche sind einzuhalten.
  2. Den Tieren muss im wärmegedämmten Bereich eine uneingeschränkt nutzbare, geschlossene, eingestreute und größen- sowie temperaturmäßig angepasste Liegefläche angeboten werden.
  3. Die Mindeststallfläche (laut Anhang III VO(EG) 889/2008) muss überdacht sein. Mindestens 10 % der Mindestauslauffläche sind nicht überdacht.
  4. Der Auslauf ist ständig begehbar.

Die 3. Auflage der Landtechnischen Schriftenreihe: Stallbau für die Biotierhaltung SCHWEINE widmet sich dieser Thematik und gibt viele praktische Hinweise, die beim Stallbau zu beachten sind. Nähere Informationen über die Broschüre finden Sie auf den Seiten des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik ( www.oekl.at/publikationen/lts/verzeichnis/229 ).

WELSER ABFERKELBUCHT

Eine Neuentwicklung, die mit der o.a. Summenregel möglich wurde, ist die Welser Abferkelbucht. Es handelt sich dabei um eine biotaugliche Bucht im Außenklimastall. Wesentliche Kennzeichen sind die deutliche Trennung der 4 Funktionsbereiche Liegeplatz, Aktivitäts- und Ausscheidungsbereich, Fressstand und Ferkelnest. Da es sich um einen Außenklimastall handelt, ist die Frage nach der Temperaturgestaltung im Ferkelnest und im Liegebereich der Sau von besonderer Bedeutung.

Folgende Publikationen geben einen Überblick über die Forschungsarbeit an der Welser Abferkelbucht in den  Jahren 2010 – 2013

Beschreibung des Buchtenkonzeptes

  • Freies Abferkeln im Aussenklimastall - ist das möglich??

  • Welser Abferkelbucht - Stallbeschreibung

Arbeitszeitbedarf in der Bucht

  • Welser Abferkelbucht: Zeit ist Geld – Ein Bericht im Fortschrittlichen Landwirt über die Arbeitszeiterhebungen in der Bucht

  • Ermittlung des Arbeitszeitbedarfes der Welser Abferkelbucht: Diplomarbeit von Paul Pötz, Universität für Bodenkultur

  • Arbeitszeitbedarf Welser Abferkelbucht - Poster: Das Wichtigste in einem Poster zusammengefasst

Ergebnisse der letzten Jahre

  • Neues Konzept zum freien Abferkeln: Aktuelle Auswertung der ersten 100 Abferkelungen (2013)

  • Neue Entwicklung auf dem Sektor der "Freien Abferkelbuchten“ (LC updates 2012)

  • Welser Abferkelbucht - Leistungsdaten und Erfahrungen: Tagungsband  Bio Austria Bauerntage (2012)

WelCon Abferkelbucht – NEUENTWICKLUNG für Bio- und konventionelle Betriebe

Aus den Erfahrungen der unterschiedlichen Buchtenkonzepte am Standort Wels wurde in Zusammenarbeit mit Fa. SCHAUER-Agrotronic eine Warmstallvariante der Welser Abferkelbucht entwickelt. Kernstück ist ein Türmechanismus, der der Sau das Betreten und Verlassen des Fressbereiches vom Liegebereich aus ermöglicht. Dadurch kann auf eine zweite Auslauföffnung zum Erreichen des Fressstandes (wie in der Außenklimavariante) verzichtet werden. Dieser abgetrennte Fressplatz ermöglicht nun auch eine kurzzeitige Fixation der Sau während der Buchtenreinigung bzw. Ferkelmanipulation (Impfung, Kastration). Somit kann auch der Forderung nach dem Arbeitsschutz  im Umgang mit Sauen in freien Abferkelbuchten entsprochen werden.

Der Prototyp der WelCon Bucht – BIO wurde am Standort Thalheim/Wels entwickelt und bereits bei einigen Sauen getestet. Auch in dieser Buchtenvariante wurde die Summenregel angewendet. Bei  6,5 m² Stallinnenfläche (incl. Ferkelfutterplatz und Ferkelnest) wird die 4 m² große Liegefläche ähnlich sauber gehalten wie in der Welser Abferkelbucht.

Die konventionelle Variante der WelCon wird wahlweise mit geschlossener Liegefläche bzw. mit PVC Boden (Minimalperforation)und Gussrost im Kotbereich angeboten.

Produktbeschreibung: http://www.schauer-agrotronic.com/uploads/media/WelCon_Abferkelbucht.pdf

Ferkeldurchfall

Im Leben der Ferkel stellt Durchfall eine wesentliche Bedrohung dar. Sowohl die ersten Lebenstage (Frühdurchfall, bedingt durch E.Coli bzw. Clostridien) als auch die 2./3. Lebenswoche (Kokzidien) sind kritische Zeiten im Leben der Ferkel. Nach dem Absetzen mit 6 Wochen (BIO) kommt es zu einer weiteren kritischen Phase, in der sich die Ferkel ohne Mutter und meist in neuer Umgebung mit ausschließlich fester Nahrung zurechtfinden müssen. Durchfälle in dieser Zeit sind meist durch E. Coli bedingt und können auch zum Tod führen.

Ein Forschungsschwerpunkt der letzten Jahre beschäftigte sich mit dem Einsatz pflanzlicher Substanzen zur Regulierung der Verdauungsvorgänge der Ferkel nach dem Absetzen. Pflanzliche Mittel sind im Vergleich zu chemisch-synthetischen Stoffen (z.B. Antibiotika) milder in der Wirkungsweise, dadurch leider aber auch weniger wirksam gegen Schadbakterien.

Deshalb können Kräuter und Gewürze Antibiotika im Ernstfall nicht ersetzen, werden aber vielerorts erfolgreich als Begleittherapie, bzw. im Sinne einer gezielten Vorbeuge eingesetzt.

Nachfolgende Artikel und Vorträge geben einen Einblick in die Arbeit mit Pflanzen im Sinne einer phytotherapeutischen Begleitung der Ferkel während der Zeiten erhöhter Anfälligkeit gegenüber Durchfallerreger.

  • Stationen einer erfolgreichen Ferkelaufzucht

  • Ist gegen den Absetzdurchfall ein Kraut gewachsen? Der Fortschrittliche  Landwirt  6/2008 S. 28-29

  • Mit Blutwurz gegen Durchfall Bioland 06/2010 S. 18-19

  • Gegen Durchfall natürlich vorbeugen Der Fortschrittliche Landwirt Heft 19/2010 S.22-23

  • Antibiotikafreie Ferkelaufzucht und Schweinemast - eine Illusion?

  • Ferkel optimal auf das Abesetzen vorbereiten

  • Phytotherapie bei Ferkelkrankheiten - Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung Schweizerische Zeitschrift für Gesundheitsmedizin 2016;28(suppl 1) S. 31-32

Einsatz von Heilpflanzen

  • ÖAG Broschüre: Heilpflanzen für Nutztiere
  • Buch: Kräuter für Nutz- und Heimtiere
  • Jugl et al.: Testing of the palatability....
  • Vet Journal 5/2005 S.26-28 Phytotherapie in der Nutztierhaltung
  • 9. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau: 2007, Phytotherapeutische Behandlung einer Influenza-Infektion in einem Bioschweinebetrieb - Fallbericht.

Kräuter und Durchfallprophylaxe

  • 10. Wissenschaftstagung 2009 Einsatz von Kräutern, Tonmineralien und Effektiven Mikroorganismen zur Prophylaxe des Absetzdurchfalls

  • Der Fortschrittliche Landwirt 6/2008 S. 28-29 Ist gegen den Absetzdurchfall ein Kraut gewachsen?

  • Forschungsbericht Kräutofer 2007 - Ferkeldurchfall - Einsatz eines Zusatzfuttermittels mit Tonmineralien, Mikroorganismen und Kräutern

  • Kräutertee für Schweine Bioland 08/2013 S. 29-30

Filme

  • Bio-Schweinehaltung - ein Rundgang durch das Institut
  • Wartestall
    Die trächtigen Tiere werden in stabilen Gruppen gehalten, d.h., es befinden sich in jeder Bucht 5 Sauen, die zur gleichen Zeit belegt wurden und eine Woche vor dem Abferkeln gemeinsam in den Abferkelstall übersiedeln. Durch die Trennung von Fress-, Liege- und Aktivitätsbereich wird die Liegefläche von den Sauen sauber gehalten. Kot wird v.a. im Außenbereich abgesetzt, sodass im Stall nur sporadisch ausgemistet und nachgestreut werden muss. Raufutter (Heu, Silage, Gras) wird im Auslauf angeboten, dies steigert die Attraktivität der Freiflächen.
  • Eberbucht
    Der Eber wird ganzjährig im Freien gehalten, eine kleine Hütte schützen vor Regen, Wind und Kälte, eine Suhle dient zum Abkühlen.
  • Jungsauen
    Jungsauen können entweder bei einem Züchter zugekauft werden oder durch eigene Nachzucht in den Sauenbestand aufgenommen werden. Die Erstbelegung der Jungsauen erfolgt mit ca. 220-240 Lebenstagen und einer Lebendmasse von 130-140 kg. Bei der Selektion von Jungsauen ist auf Kriterien wie Gesäuge, Klauen, Fundament, Gangbild, Körperlänge zu achten.
  • Waschraum
    Kurze Zeit vor dem errechneten Geburtstermin werden Sauen einer Abferkelgruppe gemeinsam für die Geburt vorbereitet. Die Tiere werden in einem „Duschraum“ mittels Warmwasser und Seife gereinigt, sodass es zu keiner Verschleppung von Schmutz und Parasiten in den gereinigten Abferkelbereich kommt. Es wird besonders auf die Reinigung schwer zugänglicher Körperstellen (Ohrmuschel, Gesäuge,  Zwischenklauen-spalt) geachtet.
  • Nestbauveralten
    Sauen, die während der Geburt nicht fixiert sind, können ihre angeborenen Verhaltensweisen rund um das Geburtsgeschehen fast zur Gänze ausleben. Dazu gehört u.a. ein intensiver Nestbau vor der Geburt. Langstroh wird mit dem Maul zu einem Nest zusammengetragen. Dieses Liegenest wird über Stunden kreisförmig bearbeitet und dient dann als Geburtsplatz. Je deutlicher der Nestbautrieb ausgebildet ist, desto ruhiger kann die Geburt verlaufen. Schnelle Geburt und wenige totgeborene Ferkel sind die Folge.
  • Einzelabferkerkelung
    Zur Geburt wird den Sauen eine Abferkelbucht zur Verfügung gestellt, die aus mehreren Bereichen besteht. Zum Bedienungsgang ist das Ferkelnest ausgerichtet. Etwa 1 m2 Größe garantiert genügend Platz für 10 Ferkel während der gesamten Säugezeit. Der Liegebereich dient auch zum Säugen und ist durch eine Querwand vom Kotbereich getrennt. Selbst schließende Türen bilden eine wetterfeste Barriere zum Auslauf. Diese Türen können von den Sauen mit dem Rüssel geöffnet werden und können auch von den Ferkeln über ein kleines Schlupfloch passiert werden. Der Rückzug der Sauen von der Gruppe kurz vor der Geburt entspricht dem natürlichen Verhalten von Schweinen. Eine Fixierung der Sauen für etwaige Behandlungen oder bei aggressivem Verhalten gegen die Ferkel ist rechtlich prinzipiell möglich, wurde aber in den letzten Jahren nie notwendig.
  • Gruppenabferkelung
    In diesem Abferkelsystem bleiben die Sauen einer Abferkelgruppe auch während der Geburt in der Gruppe. Zum Rückzug stehen für die Tiere „Wurfkojen“ mit Ferkelnestern zur Verfügung. Diese Kojen können von den Sauen jederzeit verlassen und betreten werden, die Ferkel werden in den ersten 10 – 14 Tagen am Verlassen der Koje gehindert. Diese Maßnahme dient zur Sicherstellung einer ungestörten Prägephase zwischen Ferkel und Muttertier. Nur so kann gewährleistet werden, dass nach Verlassen der Wurfkoje auch jedes Ferkel beim Saugakt seine Mutter wiederfindet und Streitereien zwischen wurffremden Ferkeln am Gesäuge verhindert werden.
  • Geburt
    Die Geburt ist ein physiologisches Geschehen im Leben einer Zuchtsau und bedarf im Normalfall keiner menschlichen Beteiligung. Im Abstand von wenigen Minuten bis zu einer Stunde werden Ferkel geboren, die bereits nach wenigen Minuten aufstehen, ans Gesäuge der Mutter laufen und Biestmilch aufnehmen. Das Ende der Geburt ist durch den vollständigen Abgang der Nachgeburten gekennzeichnet. Freie Sauen haben statistisch gesehen kürzere Geburten mit weniger totgeborenen Ferkeln als fixierte Sauen. Damit Saugferkelverluste bei nicht fixierten Tieren gering ausfallen sind neben der Buchtengestaltung auch die Muttereigenschaften der Sau von großer Bedeutung.
  • Ferkelnester
    Ferkel haben einen höheren Wärmeanspruch als die Muttersauen. Daher wird allen Ferkeln eines Wurfes während der Säugezeit ein temperaturoptimierter Kleinklimabereich (Ferkelnest) zur Verfügung gestellt. Die Ferkelnestheizung muss ein optimales Liegeverhalten der Ferkel ermöglichen, dies wird durch eine gute Wärmeverteilung und eine kontinuierliche Wärmezufuhr geschaffen.
  • Gruppensäugen
    Die Gruppenhaltung ferkelführender Sauen - auch als Gruppensäugen bezeichnet – ist dem natürlichen Verhalten von Schweinen in freilebenden Populationen nachempfunden. Dort sondert sich die Sau einige Tage vor der Geburt von der Rotte ab, um ca. 10 – 14 Tage nach der Geburt mit den Ferkeln in die Sauengruppe zurückzukehren.Dieser zeitliche Ablauf wird beim Gruppensäugen übernommen und an die Stallverhältnisse angeglichen. Üblicherweise werden Sauen dazu einige Tage vor der Geburt in Einzelabferkelbuchten eingestallt, wo sie bis zum Wiedereingliedern in die Gruppe nach ca. 14 Tagen verbleiben. Bis zum Ende der Säugezeit werden dann 2-5 Sauen gemeinsam in einer Gruppenbucht gehalten. Damit das Gruppensäugen auch gut funktioniert darf der Geburtszeitpunkt der Sauen nicht mehr als etwa 5 Tage voneinander abweichen. Ansonsten erhöht sich die Gefahr des „cross sucklings“, das bedeutet, dass wurffremde Ferkel den Saugakt stören und Milch von diesen Sauen rauben
  • Ferkelaufzucht
    Nach mindestens 40 Tagen Säugezeit werden die Ferkel von der Mutter getrennt. Die Sauen werden in den Wartestall umgestallt und dort beim Auftreten einer Brunst (4-7 Tage nach dem Absetzen) neuerlich belegt. Für die Ferkel steht ein Aufzuchtstall zur Verfügung, der zur Gänze eingestreut wird und über ein beheiztes Ferkelnest verfügt. Wärme ist für die ersten Tage ohne Mutter lebensnotwendig, da sich nicht nur die Stallbedingungen, sondern auch der Tagesrhythmus und die Nahrungsgrundlage ändern. Während der Säugezeit gibt die Mutter die Mahlzeiten vor, danach entscheiden die Ferkel selbst, wann wie viel vom Festfutter gefressen wird. Nach etwa 4 weiteren Wochen wiegen die Ferkel 25 kg und können an biologische Mastbetriebe weiterverkauft werden.
  • Bioschwein in der Zukunft

    Biologische Landwirtschaft hat nicht immer zwangsweise etwas mit romantischen Bauernhöfen zu tun. Bio bedeutet heute High-Tech, sogar im Schweinestall. Andreas Jäger (Servus TV) besuchte das Institut für biologische Landwirtschaft des LFZ Raumberg-Gumpenstein in Wels, denn hier soll unter wissenschaftlich kontrollierten Haltungsbedingungen das Bio-Schwein der Zukunft gefunden werden.

    Das Video führt Sie durch die wissenschaftliche Arbeit mit Bioschweinen.

Schweine im Stall

Schweine im Stall

 HBLFA Raumberg-Gumpenstein