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Wie schaut die Qualität des Weidefutters aus?

Für die Fütterung ist neben dem Mengenertrag eines Grünlandsystems vor allem die Futterqualität entscheidend. Eiweiß und Energie sind maßgeblich für die Leistung der Nutztiere verantwortlich. Der Pflanzenbestand und die geringe Aufwuchshöhe beeinflussen die Futterqualität auf Dauerweiden. Die Datengrundlage hierzu ist sehr gering und wenn dann nur für klimatisch begünstigte Standorte vorhanden.

Untersuchungsergebnisse:

Das Futter auf der Kurzrasenweide erreichte bis zum 1. Schnitt Energiegehalte, die um 7 MJ NEL/kg TM lagen. Diese Energiekonzentration wurde in einem über drei Jahre laufenden Versuch festgestellt. Im weiteren Verlauf pendelte sich die Energiekonzentration konstant zwischen 6,3 und 6,5 MJ NEL/kg TM ein. Dadurch zeigt sich, dass das Weidefutter eine relativ konstante Qualität aufweist. Diese hohen Energiekonzentrationen konnten auch in anderen Weideversuchen in Europa gemessen werden. Interessant ist hier die Tatsache, dass im rauen Klima der Ostalpen zwar die Wachstumszeit kürzer und die Mengenerträge geringer sind aber die Inhaltsstoffe jene Werte der Grünlandgunstorte erreichen.
Auch die Rohproteingehalte waren während der gesamten Weideperiode sehr hoch. So schwankte der Rohproteingehalt im Futter von der Kurzrasenweide zwischen 18 und 23 %. Den Haupteinfluss auf diese hohen Werte hatte der Weißkleeanteil in der Kurzrasenweide.
Meistens wird mit der geringen Aufwuchshöhe auf Kurzrasenweiden ein tiefer Rohfasergehalt verbunden. In der vorliegenden Untersuchung wurden bei der Kurzrasenweidenutzung Rohfasergehalte zwischen 19 und 24 % gemessen. Obwohl das Weidefutter sehr kurz ist hat es damit genügend Rohfaser um eine wiederkäuergemäße Fütterung zu gewährleisten. Es ist jedoch zu beachten, dass hohe Weidefutteranteile an der Ration, die diese Qualitäten aufweisen, keine große Kraftfutterergänzung möglich machen.
Bei einer weiteren Untersuchung wurden mehrere Grünlandnutzungsformen miteinander verglichen. Dabei zeigten die als Kurzrasenweide genutzten Varianten sowohl die höchsten Energie- als auch die höchsten Rohproteingehalte.

Abbildung 1: Energiegehalte im Jahresverlauf bei 4 unterschiedlichen Grünlandnutzungen