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Wirkung von einmal täglicher Melkung und Kraftfutter rund um die Geburt auf die Energiebilanz von Kühen

Steinwidder Andreas, Priv. Doz. Dr.

Priv. Doz. Dr. Andreas Steinwidder

Biologische Landwirtschaft & Biodiversität der Nutztiere

In der Fütterung von Milchkühen muss der Energiebedarf der Tiere bestmöglich gedeckt werden. Die Körpersubstanz stellt dabei einen gewissen „Nährstoffpuffer“ dar. Bei energetischer Unterversorgung können Nährstoffreserven zur Energiebedarfsdeckung für die Milchbildung herangezogen werden. Jedoch verringert eine langfristige oder deutliche energetische Unter­versorgung nicht nur die Milchleistung der Kühe, sondern belastet vor allem deren Stoffwechsel und Gesundheit. Stark unterversorgte Kühe sind anfälliger für Entzündungen und zeigen schlechtere Fruchtbarkeitsergebnisse. Speziell zu Laktationsbeginn steigt die Milchleistung schneller als die Futteraufnahme. Je nach Kuhtyp und Fütterung  kann es dadurch zu einem mehr oder weniger starken Energiedefizit mit negativen Folgen kommen.

Am Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurde  in einem Versucht geprüft, ob ein verringerte Melkhäufigkeit in den ersten Wochen - und damit ein geringerer Milchentzug - die Energiebilanz und den Stoffwechsel unterstützen kann. Weiters wurde untersucht, wie sich die Kraftfutterversorgung rund um die Geburt auf die Tiere auswirkt. Die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchung wurden im wissenschaftlichen Journal „Livestock Science“ veröffentlicht.       

Der Versuch zeigt, dass auch unter Bio-Bedingungen eine verzögerte Kraftfutterversorgung nach der Geburt keine positiven Effekt auf die Energiebilanz und den Stoffwechsel der Tiere hat. Eine Anfütterung mit Kraftfutter vor der Abkalbung erbrachte unter den geprüften Bio-Bedingungen keine positiven Effekte. Kühe brauchen jedenfalls jedoch bestes Grundfutter rund um die Abkalbung und die Kraftfuttergabe sollte nach der Abkalbung langsam steigend erfolgen. Jene Kühe, die rund um die Abkalbung (Tag -2 bis +7) die beste Grundfutter- und Gesamtfutteraufnahme zeigen, sind auch die fittesten Kühe in der weiteren Laktation.

Die Untersuchung konnte weiters zeigen, dass durch einen geringeren Milchentzug zu Laktationsbeginn die Futteraufnahme nicht beeinflusst wird. Dadurch können die Energiebilanz verbessert und der Stoffwechsel entlastet werden. Auch der Brunstzyklus setzt dadurch früher ein. Die Milchleistungsdaten weisen jedoch darauf hin, dass bei nur einmaliger Melkung in der ersten Laktationswoche auch in den folgenden Laktationswochen mit Nachwirkungen in der Milchleistung gerechnet werden muss. Weiters wurde auch eine erhöhte Zellzahl bei einmaliger Melkung in den ersten drei Laktationsmonaten festgestellt, wenngleich in der Eutergesundheit keine Unterschiede beobachtet wurden.

In einem weiterführenden Versuch werden die Kühe derzeit  in der Versuchsgruppe ebenfalls zweimal täglich gemolken aber der Milchentzug pro Melkung reduziert und an die Energiebilanz angepasst.

Ausführliche wissenschaftliche Publikation:

Steinwidder, A.,Rohrer, H., Pfister, R., Gallböck, M., Podstatzky, L., Gasteiner, J. (2021) Effects of Supplementation strategies during the transition period und milking frequency in early lactation on seasonal winter-calving organic dairy cows. Livestock Sciene 250; https://doi.org/10.1016/j.livsci.2021.104595

Zusammenfassung der Ergebnisse:

Link zur wissenschaftlichen Publikation der Ergebnisse (frei verfügbar bis 25. August 2021): https://doi.org/10.1016/j.livsci.2021.104595

 

 HBLFA Raumberg-Gumpenstein

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