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Rinder werden durch Zitronengras klimafreundlicher

Auf Initiative der Marcher Fleischwerke hat die HBLFA Raumberg-Gumpenstein unter der Projektleitung von Dr. Thomas Guggenberger, Leiter des Institutes für Nutztierforschung, einen mehrmonatigen Feldversuch durchgeführt.

In Anlehnung an eine Studie der Freien Universität Mexico sollte der Effekt einer Zitronengras-Futterzugabe auf die Methan-Konzentration in der Atemluft bei Masttieren unter österreichischen Bedingungen untersucht werden – es wurde festgestellt, dass die im Feldversuch inkludierten 47 Rinder um durchschnittlich rund 15 Prozent weniger Methan beim Verdauen ausstoßen.

Der Feldversuch

  • Im Rahmen des Feldversuches standen 47 Maststiere im Gewichtsbereich zwischen 300 und 600 kg in 8 Boxen zu je 6 männlichen Tieren bei der Familie Christian Schrammel in Schwarzau am Steinfeld bereit.
  • Die Tiere wurde in zwei Gruppen geteilt, wobei eine Gruppe zusätzlich mit 100 Gramm Zitronengras pro Tag (Rationsanteil je nach Alter: 1,2 bis 1,7 Prozent) gefüttert wurde.
  • Zwischen September und Dezember 2020 (vier Messperioden zu je drei Wochen) wurde jede Box zweimal mit und zweimal ohne Zitronengras gefüttert.
  • Am Ende jeder Messperiode wurde die Konzentration von Methan (CH4) in der Atemluft der Rinder mit einem mobilen Messgerät (Methan Laser Mini) gemessen.
  • Mögliche Auswirkungen auf die Fütterung wurden mit Messboli der Firma smaXtec gemessen.

 

Ergebnisse

  • Die Fütterung von 100 Gramm Zitronengras pro Tag reduziert die CH4-Emissionen in der Atemluft im Mittel um 14,6%.
  • Der Schwankungsbereich der Methanreduktion in den Wiederholungen liegt zwischen 7,8 und 23,4%.
  • Ein negativer Einfluss auf die Prozesse im Pansen ist bei dieser Menge unwahrscheinlich. Alle Ergebnisse der Messboli sind im Verlauf typisch und unterschieden sich statistisch nicht.

 

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger

„Die Land- und Forstwirtschaft ist beim Klimawandel nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Ich bin sehr stolz, dass an unseren Forschungsstandorten an solchen zukunftsweisenden Projekten geforscht wird. Die österreichische kleinstrukturierte Landwirtschaft reduziert die Treibhausgasemission kontinuierlich. Seit 1990 hat die heimische Landwirtschaft um 14,3 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen. Wir werden aber weiter an Zukunftslösungen forschen. Dieses Projekt zeigt, dass durch alternative Fütterung der Ausstoß von Methan um 15 Prozent reduziert werden kann. Zitronengras wird nicht alle Probleme lösen können, aber die Ergebnisse bringen wichtige Erkenntnisse für die Zukunft der Nutztierforschung. Auf diesen Ergebnissen werden wir jetzt mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein aufbauen“, erklärt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

Geschäftsführer der Marcher Fleischwerke Norbert Marcher

„Große gesellschaftliche Ziele werden am besten dadurch erreicht, dass sich jeder ehrlich überlegt, was er in seinem unmittelbaren Wirkungsbereich verändern kann. Als wir von unserem Kunden Burger King über die beeindruckenden Studienergebnisse in Mexiko informiert wurden, waren wir sofort begeistert von dem Gedanken zu überprüfen, ob sich ähnliche Ergebnisse unter unseren heimischen Haltungsbedingungen erzielen lassen. Erfreulicherweise gibt es an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein mit Dr. Thomas Guggenberger und seinem Team Experten, die sowohl über die erforderliche Infrastruktur verfügen wie auch über die herausragende wissenschaftliche Kompetenz, Erfahrung und Begeisterung in der einschlägigen Forschung.“

Leiter des Institutes Nutztierforschung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein Dr. Thomas Guggenberger

„Der Anstoß der Marcher Fleischwerke, Methanemissionen aus der enterischen Fermentation bei heimischen Rindern durch Zitronengras zu dämpfen, ist sehr aufschlussreich – ein spannender Ansatz, wie Unternehmen im Lebensmittelsektor durch innovative Produktionsansätze einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können."

Downloads

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Team

Guggenberger Thomas, Dr.

Dr. Thomas Guggenberger, MSc

Nutztierforschung
Terler Georg, Dr.

Dr. Georg Terler

Milchproduktion und Tierernährung
Gappmaier Stefanie, DI

DI Stefanie Gappmaier

Schafe und Ziegen
Eingang Daniel

Daniel Eingang

Umweltaspekte der tierischen Produktion