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Emissionsminderung durch Güllezusätze- Ergebnisse zu "Mooseck Sohle 6-7"

Projektziel: Es werden Untersuchung verschiedener Güllezusätze auf deren Emissions- und Geruchsreduktionspotenzial, auf die Produktanwendung in der Praxis sowie die Anwendersicherheit angestellt.

In Hinsicht auf die Zielerreichung der NEC-Richtlinien und weiteren Nachteilen durch steigende Emissionen, erhofft man sich großes Potenzial in der Güllebehandlung. An der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wird seit 2021 mit einer neuen Anlage zur Untersuchung von Güllezuschlagstoffen daran geforscht.

Die aktuellsten Ergebnisse zu einem Produkt der Kategorie „Kalkpräparate“:

Mooseck Sohle 6-7 soll Minderungen im Bereich der Ammoniakemissionen bringen. Verwendet wurde dazu Rindergülle, welche laut Gülleanalyse keine Auffälligkeiten zeigte. Das Produkt soll, laut Hersteller, langsam eingerührt werden. Die Messperiode dauerte 4 Wochen wobei sämtliche Parameter bemessen wurden.

  • Ammoniak_NH3 (ppm)
  • Methan_CH4 (ppm
  • Lachgas_N2O (ppm)
  • Schwefelwasserstoff_H2S (ppm)
  • Kohlendioxid_CO2 (ppm)
  • pH-Wert
  • Gülletemperatur (°C)
  • Lufttemperatur (°C) in der Beruhigungszone
  • Luftfeuchtigkeit (%) in der Beruhigungszone
  • Luftgeschwindigkeit (m/s) in der Beruhigungszone
    • Olfaktometrie

Ergebnisse:

Während der Lagerzeit der mit „Mooseck Sohle 6-7“ behandelten Gülle entstehen tiefere pH-Werte, welche das Gleichgewicht NH4+ ↔ NH3 in der Gülle mehr in Richtung Ammonium verlagert und dadurch das Ausgasungspotenzial von Ammoniak eindämmen können. Des Weiteren ist hierbei ein richtiges Güllemanagement mit anschließender bodennaher Gülleapplikation umzusetzen.

Die freigesetzte Ammoniakmenge konnte durch die Zugabe des Produktes nachweislich reduziert werden. Ein statistisch, hoch signifikanter Unterschied zugunsten der behandelten Gülle mit „Mooseck Sohle 6-7“ untermauert dieses Ergebnis. Dies könnte durch tieferen pH-Wert resultieren wodurch weniger Ammoniumstickstoff in Ammoniak übergeht.

Die Methanemissionen, Kohlenstoffdioxid und Lachgas wurden durch den Einsatz des Produktes nicht, oder nur unwesentlich verändert. Dieses Ergebnis wird auch durch die statistischen Analysen bestätigt.

Die Bildung einer Schwimmdecke konnte nur unwesentlich verändert werden - eine leicht dünnere Schwimmschicht war optisch wahrnehmbar.

Die olfaktorische Untersuchung zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen der Rohgülle und der mit „Mooseck Sohle 6-7“ behandelten Gülle (zu wenige Messdaten in dieser kurzen Messperiode). Das Ergebnis der wöchentlich durchgeführten Geruchsbestimmung blieb über die Messdauer von drei Wochen relativ ausgeglichen.

Das Produkt „Mooseck Sohle 6-7“ kann nach derzeitigem Stand dazu beitragen, die Ammoniakemissionen während der Güllelagerung zu reduzieren. Des Weiteren wird die Schwimmdeckendicke etwas reduziert, was einerseits den Zeitaufwand beim Homogenisieren reduziert und andererseits auch kostensparend wirkt.

Dabei ist, wie auch schon unter Punkt „Emissionserhebung - Schwefelwasserstoff“ erwähnt, genaues Augenmerk auf die Produktinhaltsstoffe zu legen. Produkte dieser Art (Schwefel liegt in Sulfat Form vor) führen zu keiner stärkeren Schwefelwasserstoffbildung, als generell von Rohgülle bei der Homogenisierung zu erwarten wäre.

Eine Untersuchung auf längere Lagerdauer (mindestens 2 Monate) wäre empfehlenswert, um alle Eventualitäten, die in der Praxis bei Verbleib des Produktes in der Gülle auftreten könnten, darzulegen.

Ebenfalls können keine Aussagen zur Wirkung auf Boden, Bodenleben, Pflanzenwachstum oder eventuell nach der Applikation entstehende Emissionen dargelegt werden. Hierzu werden weiterführende Feldversuche empfohlen.

Abschlussbericht Download

Team

Zentner Andreas, DI

DI Andreas Zentner

Innenwirtschaft

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2019 - 2022 , Pöllinger Alfred