Schule

Schüler:innen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein beim BeeWild Kongress 2026 in Wien

Schüler:innen der 2L, Verena Mayer, Klaus Unterberger und Manfred Hohensinner (Frutura)

Schüler:innen der 2L, Verena Mayer, Klaus Unterberger und Manfred Hohensinner (Frutura)

 © HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Zwölf Schüler:innen der 2L-Klasse reisten stellvertretend für ihre Klasse zum BeeWild Kongress nach Wien

Zwölf Schüler:innen der 2L-Klasse der HBLFA Raumberg-Gumpenstein nahmen am 11. Juni am BeeWild Kongress 2026 in Wien teil und reisten gemeinsam in die Wiener Höhenstraße an. Die Veranstaltung fand in einer eindrucksvollen Location „am Roan“ im Grünen statt, mit weitem Blick über Wien und in einem stimmungsvollen Rahmen für die zentralen Themen des Tages: Klima, Biodiversität, Lebensmittelversorgung und nachhaltiges Handeln.

Bereits im Vorfeld hatte die gesamte 2L-Klasse im Rahmen eines BeeWild Workshops mit Lehrerin Verena Mayer und dem Team rund um Wilhelm Graiss intensiv zum Thema Artenvielfalt gearbeitet. Am Areal wurde eine neue Blühfläche mit über 200 m² angelegt. Auf der bestehenden BeeWild-Fläche der HBLFA Raumberg-Gumpenstein dokumentierten die Schüler:innen Pflanzenarten und bestäubende Insekten. Zusätzlich nahmen sie an einem Workshop zum Thema Artenvielfalt und Landwirtschaft teil und meldeten über die App iNaturalist erfolgreich mehr als 300 Beobachtungen. Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten beim Kongress wurde eine Teilgruppe der Klasse stellvertretend eingeladen.

Der Kongress begann mit einer Verköstigung mit Obst und Gemüse von Frutura. Anschließend setzte Richard David Precht, bekannt durch philosophische und publizistische Arbeiten sowie zahlreiche Bücher, mit einer Impulsrede einen nachdenklichen Auftakt. Im Mittelpunkt standen die Klima- und Biodiversitätskrise, ihre Auswirkungen auf die Zukunft junger Menschen und die Frage, warum Wissen allein nicht ausreicht, sondern konkrete Handlungsschritte notwendig sind.

Das erste Panel widmete sich dem Thema „Artenverlust als stiller Krisentreiber“. Diskutiert wurde, wie der Rückgang der Biodiversität Ökosysteme schwächt, bestäubende Insekten gefährdet und langfristig auch Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und Wirtschaft betrifft. Franz Essl von der Universität Wien, eine renommierte Stimme der Biodiversitätsforschung, Luisa Neubauer, eine der bekanntesten Stimmen der Klimabewegung Fridays for Future, Sigrid Stagl mit Forschungsschwerpunkt im Bereich Ökologische Ökonomie sowie Marcus Wadsak aus dem ORF-Wetterteam und der Klimakommunikation beleuchteten das Thema aus wissenschaftlicher, gesellschaftlicher, ökonomischer und meteorologischer Perspektive.

Im zweiten Panel „Warum Lebensmittelpreise immer weiter steigen“ stand die Verbindung zwischen Landwirtschaft, Handel, Klimawandel und Konsumverhalten im Fokus. Hannes Royer, aus dem Vorstand von Land schafft Leben, Markus Kaser aus dem Vorstand von SPAR Österreich, Manfred Hohensinner aus der Geschäftsführung von Frutura sowie Erich Stekovics, bekannt für seine Vielfalt an Paradeiser- und Gemüsesorten, brachten unterschiedliche Perspektiven aus Landwirtschaft, Lebensmittelhandel, Produktion und Sortenvielfalt ein. Im Mittelpunkt standen die Fragen, welche Faktoren Lebensmittelpreise beeinflussen, wie sich Klimawandel und Biodiversitätsverlust auf die Versorgungssicherheit auswirken und welche Bedeutung bewusster Konsum für die Zukunft der Lebensmittelproduktion hat.

Eine zentrale Botschaft dieses Panels war, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ein höherer Wert beigemessen werden sollte. Denn obwohl Lebensmittelpreise aktuell stark diskutiert werden, waren Lebensmittel im Verhältnis zum Einkommen historisch betrachtet selten so günstig wie heute. Während vor rund 40 Jahren noch etwa 40 bis 60 Prozent der monatlichen Ausgaben auf Lebensmittel entfielen, sind es heute nur noch rund 11,6 Prozent.

Das dritte Panel beschäftigte sich mit „Greenwashing vs. echter Wandel“. Dabei ging es um die Frage, wie Unternehmen glaubwürdige Nachhaltigkeit leben können und woran echte Veränderungen erkennbar werden. Am Podium diskutierten unter anderem Dr. Stephan Hering-Hagenbeck vom Tiergarten Schönbrunn, Katrin Hohensinner-Häupl aus der Geschäftsführung von Frutura, Martin Lachout von der ARCOTEL Hotel AG sowie Georg Maier von Awardit. Im Mittelpunkt stand, dass Nachhaltigkeit nicht nur als Kommunikationsbotschaft verstanden werden darf, sondern konkrete Maßnahmen, transparente Entscheidungen und langfristige Verantwortung braucht.

Besonders wertvoll für die Schüler:innen war die Möglichkeit, nach jedem Panel Fragen an die Expert:innen zu stellen. Damit wurde der Kongress nicht nur zu einer Informationsveranstaltung, sondern auch zu einem direkten Dialog zwischen jungen Menschen, Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung des BeeWild Awards 2026. Othmar Karas, ehemaliger Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments, hielt die Laudatio und überreichte die Auszeichnung an Stefan Hipp. Mit dem Award werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise für Nachhaltigkeit, Biodiversität und verantwortungsvolles Wirtschaften einsetzen. In seiner Abschlussrede betonte Stefan Hipp die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung für Natur, Lebensmittelproduktion und kommende Generationen.

Für die Schüler:innen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein war die Teilnahme am BeeWild Kongress eine besondere Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen aus der Kooperation mit BeeWild Young Farmers mit aktuellen gesellschaftlichen Zukunftsfragen zu verbinden. Der Tag zeigte eindrucksvoll, dass Artenvielfalt nicht abstrakt ist, sondern direkt mit Landwirtschaft, Auch nach dem Kongress beschäftigten die Schüler:innen noch viele Fragen. Was als ein deutliches Zeichen dafür gedeutet werden kann, dass die Veranstaltung einen wichtigen Impuls gesetzt hat.