Erfahrungen aus der Großen Praxis 2025 – Unsere Schüler:innen berichten

Im Sommer 2025 begaben sich unsere Schüler:innen der dritten Jahrgänge auf eine spannende und lehrreiche Reise in die Berufswelt: die Große Praxis. Über einen Zeitraum von 14 Wochen arbeiteten sie in landwirtschaftlichen Betrieben, Unternehmen oder Institutionen und konnten so wertvolle Einblicke in ihren zukünftigen Berufsalltag gewinnen.

 (c) Miriam Reiter

Diese verpflichtende Praxisphase bildet eine zentrale Säule der Ausbildung an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Sie dient nicht nur dazu, praktische Fähigkeiten zu festigen, sondern auch dazu, das in der Schule erlernte Wissen in konkreten Situationen anzuwenden und zu reflektieren.

Durch den direkten Kontakt mit der Arbeitswelt erweitern unsere Schüler:innen ihr fachliches Können, entwickeln Eigenverantwortung und knüpfen erste berufliche Netzwerke – eine ideale Vorbereitung auf die vielfältigen Anforderungen in der modernen Landwirtschaft und darüber hinaus.

 

Sarah Pflanzl und Andrea Feichtenhofer - Schweden

Hallo!
Wir sind Sarah Pflanzl (17) und Andrea Feichtenhofer (16). Wir kommen beide von Mutterkuhbetrieben im Mürztal.
Unser Praxisbetrieb, Mor Linas Gård, liegt in Schweden und hält rund 50 Ziegen sowie einige andere Tiere wie Hühner, Kühe und Pferde. Unsere Aufgaben waren vor allem das Melken der Ziegen, die Tierpflege und allgemeine Arbeiten am Hof.
Da auf dem Betrieb Englisch gesprochen wurde, konnten wir unsere Sprachkenntnisse deutlich verbessern. Fachlich haben wir viel über Ziegenhaltung und Tierbetreuung gelernt – eine tolle Ergänzung zu unserem Hintergrund mit Mutterkühen.
Unser Highlight waren die Ausflüge zu den schönen Seen, Wäldern und typischen roten Häusern in Schweden. Das Land und die Leute haben uns sehr beeindruckt, und wir haben uns am Betrieb sehr wohl gefühlt.

 

Hanna Luidold und Vanessa Kriebernegg - Finnland

Liebe Grüße aus Finnland!

Wir sind Hanna Luidold (17 Jahre) und Vanessa Kriebernegg (17 Jahre) und machen unsere große Praxis im wunderschönen Finnland, im kleinen Dorf Toivaala in Tuulos. Unser Betrieb, Setälä-Eerolan Tila Oy, ist ein Stiermastbetrieb mit ca. 110 Stieren, ca. 60 Kälbern und 4 Pferden. Außerdem verfügt der Betrieb über 155 Hektar Ackerfläche und 350 Hektar Wald.

Unser Tagesablauf sieht wie folgt aus:
In der Früh beginnen wir um 8 Uhr im Jungrinderstall (Füttern, Ausmisten, Einstreuen …), danach folgen Aufgaben, die gerade anstehen (mit der Motorsense mähen, Maschinenhalle aufräumen, Traktor fahren, Maschinen warten …).
Um 12 Uhr gibt es immer ein köstliches, frisch gekochtes Mittagessen von der Chefin. Nach dem Essen geht es für uns in den Bullenstall, wo wir die Bullen mit dem Hoftrac füttern. Danach werden weitere anstehende Arbeiten erledigt, und schließlich warten die Kälber erneut auf frisches Futter. Unser Arbeitstag endet meist um 16 Uhr.

Die Familie ist sehr nett und hat uns auf unzählige wunderschöne und spannende Ausflüge mitgenommen. Sie sind sehr hilfsbereit und haben uns sofort in die Familie aufgenommen.
Wir leben in einem eigenen Haus, das nur fünf Minuten mit dem Rad vom Hof entfernt ist.

 

Marlene Steiner und Johanna Stoiser - Norwegen

Liebe Grüße aus Norwegen!
Wir, Marlene Steiner und Johanna Stoiser, machen gerade unser Praktikum am Hof Brimi Sæter in Garmo, Norwegen. Der Betrieb hat 26 Milchkühe, aus deren Milch Käse und Frischkäse hergestellt werden. Außerdem gibt es ein Café und drei Ferienhäuser.

Unsere Hauptaufgabe ist die Versorgung der Tiere. Zwischendurch helfen wir auch im Café oder in der Käserei. Besonders schön ist, dass hier viele junge Leute sind, mit denen wir uns auf Englisch unterhalten und uns dabei täglich verbessern.

Ein Highlight ist für uns das tägliche Drei- bis Vier-Gänge-Menü, das jeden Abend serviert wird – und natürlich die beeindruckende Natur mit Bergen und Seen.

Wir fühlen uns hier sehr wohl. Alle sind freundlich und hilfsbereit. Die Arbeit macht großen Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Norwegen hat uns schon jetzt begeistert, und wir dürfen viele neue Erinnerungen sammeln.

 

Johannes Huber - Österreich

Hallo, ich bin Johannes Huber aus der 3L und komme aus dem oberen Ennstal. Ich habe keinen eigenen Betrieb zu Hause.
Mein Praxisbetrieb befindet sich in Werfen auf der Mitterfeldalm, die sich über 78 Hektar erstreckt. Hier arbeite ich als Hirte. Zu meinen Aufgaben gehört das Melken von 14 Kühen.
Die Milch verarbeite ich zu Schnittkäse, Sauerkäse und Topfen. Außerdem befinden sich auf zwei verschiedenen Weideflächen etwa 100 Rinder. Davon bilden 20 Tiere eine Mutterkuhherde, der Rest ist Jungvieh. Ich betreue auch vier Pferde.
Sprachlich werde ich mich hier eher weniger verbessern, da hier Deutsch gesprochen wird.
Für mich – als jemanden ohne eigenen Betrieb zu Hause – ist die Arbeit hier oben sehr schön, und ich genieße jeden Tag.
Ich fühle mich auch in der Gastfamilie sehr wohl und kann mich fast wie zu Hause fühlen.
Besonders gefällt mir die Arbeit mit den Tieren – und auch das Beobachten der Wildtiere.

 

Miriam Reiter - Niederlande

Hey,
ich bin Miriam aus der 3L-Klasse und darf meine Sommermonate auf einem Milchviehbetrieb in den Niederlanden verbringen.
Es ist meine zweite Woche hier, und ich habe mich schon gut eingelebt.
Der Betrieb beherbergt 130 Milchkühe, 15 Schafe, 1 Pferd, 6 Katzen und 1 Hund.
Meine Hauptaufgabe ist das Melken der Kühe. Die Familie hat mich sofort aufgenommen, und alle sprechen sehr gutes Englisch.
Mir gefällt es in den Niederlanden besonders gut, da jede*r – egal ob bekannt oder fremd – superfreundlich ist und immer grüßt.

 

Felix Smolana

 

Tobias Spath - Schweiz

Hallo!
Mein Name ist Tobias Spath und ich gehe in die 3L-Klasse. Ich komme von einem Milchviehbetrieb aus der Umgebung von Graz mit 70 Milchkühen. Der Betrieb wird konventionell geführt und verfügt über Acker-, Grünland- und Waldflächen.
Mein Praxisbetrieb befindet sich in Fahrwangen, einem Ort in der Schweiz im Kanton Aargau. Dabei handelt es sich um einen Milchviehbetrieb mit 100 Milchkühen der Rasse Holstein. Außerdem bewirtschaftet der Betrieb etwa 40 Hektar Ackerland, 25 Hektar Grünland und 5 Hektar Wald. Der Betrieb verfügt über sieben Traktoren (vier John Deere, zwei Hürlimann und einen Bührer) sowie über zwei Lely-Melkroboter.
Meine Aufgaben bestehen darin, morgens und abends in den Stall zu gehen und typische Arbeiten wie Kälber tränken, Kälber einstreuen, den Roboterraum waschen oder die Liegeboxen der Kühe sauber halten, zu erledigen. Um 06:30 Uhr soll ich im Stall sein. Nach der Stallarbeit wird gefrühstückt, und anschließend erledige ich – je nach Tagesplan – verschiedenste Aufgaben wie zum Beispiel die Trinkgefäße der Weidetiere füllen, Zetten, Schwadern, Sauerampfer spritzen oder Holz spalten.
Um 12:30 Uhr gibt es Mittagessen, danach wird meist die Arbeit vom Vormittag fortgesetzt. Um 16:45 Uhr gehen wir wieder in den Stall, und gegen 19:00 Uhr gibt es Abendessen. Die Familie besteht aus den beiden Betriebsleitern und deren drei Kindern im Alter von 0,5, 2,5 und 4 Jahren.
Ich hatte die Möglichkeit, die Vor- und Nachteile des Lely-Melkroboters zu analysieren. Das ist für mich besonders interessant, da wir zu Hause einen GEA-Melkroboter haben.
Das Essen in der Schweiz schmeckt mir sehr gut. Zuerst war ich jedoch ziemlich schockiert über die hohen Preise, da fast alles beinahe doppelt so teuer ist wie bei uns – obwohl 1 Euro nur etwa 0,90 Franken wert ist.
Bis jetzt gefällt mir die Region sehr gut, unter anderem auch wegen eines großen Sees in der Nähe. Außerdem sind die Menschen in meiner Umgebung sehr freundlich.

 

Hassler, Hochleitner

 

Analena Steiner

 

Christian Brückler, Raphael Ebenschweiger