(C) M. Feeberger

20 Jahre Maturatreffen des Jahrgangs 5B (2005/2006)

(C) M. Feeberger

20 Jahre Maturatreffen des Jahrgangs 5B (2005/2006)

Zwanzig Jahre nach unserer Matura traf sich der Jahrgang 5B des Schuljahres 2005/2006 an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wieder. Von den insgesamt 30 Absolventinnen und Absolventen fanden 21 den Weg zurück an ihre ehemalige Schule – ein schönes Zeichen dafür, dass die Verbundenheit mit der gemeinsamen Schulzeit auch nach zwei Jahrzehnten noch besteht.

Mit dem Betreten der Schule war es beinahe so, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Plötzlich waren wir nicht mehr Erwachsene Ende dreißig oder Anfang vierzig, sondern wieder jene 20-jährigen Schülerinnen und Schüler der 5B, die gemeinsam gelernt, gelacht und das Internatsleben geteilt hatten.

Die Jahre dazwischen schienen für einen Augenblick zu verschwinden. Es fühlte sich an, als wären wir nie wirklich weg gewesen. Die Stimmen kamen uns vertraut vor, die Eigenheiten waren dieselben geblieben und manches Lachen klang noch genauso wie vor zwanzig Jahren. Niemand hatte sich wirklich verändert – und doch trug jede und jeder von uns die Spuren von zwei Jahrzehnten gelebten Lebens in sich.

Nicht die Menschen hatten sich grundlegend verändert, sondern ihre Lebensgeschichten waren gewachsen. Beruf, Familie und persönliche Erfahrungen haben neue Kapitel geschrieben. Und dennoch war da sofort wieder dieses vertraute Gefühl, Teil einer ganz besonderen Klassengemeinschaft zu sein.

Für viele Lacher sorgte auch ein Blick in die Maturazeitung aus dem Jahr 2006, die zum Treffen mitgebracht worden war. Darin hatten wir Zukunftsprognosen über unsere beruflichen und privaten Wege erstellt. Erstaunlicherweise trafen viele dieser Vorhersagen überraschend gut zu – bei einem Klassenkollegen sogar nahezu punktgenau. Auch die Berichte und Fotos von Exkursionen, Schulveranstaltungen und gemeinsamen Erlebnissen ließen zahlreiche Erinnerungen wieder aufleben. Beim Durchblättern wurde gelacht, erzählt und in gemeinsamen Erinnerungen geschwelgt, als wären die Ereignisse erst gestern gewesen.

Auch die beruflichen Wege unseres Jahrgangs waren Thema vieler Gespräche. Die vergangenen zwanzig Jahre haben eine beeindruckende Vielfalt hervorgebracht. Einige Absolventinnen und Absolventen haben elterliche Betriebe übernommen und führen heute erfolgreich Mutterkuh-, Ochsen-, Milchvieh-, Weinbau- oder Ackerbaubetriebe. Andere haben ihren Weg in Wissenschaft und Forschung gefunden, lehren an Schulen oder Universitäten oder sind in der landwirtschaftlichen Beratung tätig. Wieder andere haben sich als Unternehmer selbstständig gemacht oder arbeiten international in hochspezialisierten Fachgebieten.

Viele unserer Klassenkolleginnen und Klassenkollegen haben Familien gegründet und sind heute Eltern. Auch hier zeigte sich eine beeindruckende Vielfalt – von einem bis zu vier Kindern war alles vertreten.

Besonders spannend war auch der Blick auf die Entwicklung der Landwirtschaft innerhalb unseres Jahrgangs. Während einige Absolventinnen und Absolventen ihre Betriebe im Vollerwerb führen, haben andere ihre beruflichen Schwerpunkte in Beratung, Bildung, Wissenschaft oder anderen Bereichen gefunden und bewirtschaften ihre Höfe im Nebenerwerb oder unterstützen die Familienbetriebe auf unterschiedliche Weise. Deutlich wurde dabei auch der Wandel, den die Landwirtschaft in den vergangenen zwanzig Jahren erfahren hat: Nur noch etwa ein Sechstel unseres Jahrgangs bestreitet seinen Lebensunterhalt ausschließlich aus der eigenen Landwirtschaft.

Ein besonderer Programmpunkt war die Schulführung mit Besichtigung des Internats. Diese wurde von Schuldirektor Herrn Professor Breitenbaumer durchgeführt, der uns interessante Einblicke in die Entwicklung der Schule in den vergangenen Jahren gab. Mit großer Offenheit führte er uns durch sämtliche Bereiche der Schule und nahm sich viel Zeit, um unsere Fragen ausführlich und kompetent zu beantworten.

Viele von uns waren erstaunt, wie sehr sich die Schule in den vergangenen 20 Jahren verändert hat. Das Internat, der Turnsaal und die Schulküche wurden umfassend modernisiert, zahlreiche Bereiche digitalisiert und an die Anforderungen der heutigen Zeit angepasst. Trotz aller Neuerungen blieb der besondere Charakter der Schule erhalten.

Am Treffen nahm auch unser ehemaliger Klassenvorstand, Herr Professor Carlsson, teil und begleitete uns bei einem Teil des Programms. Den Abschluss unseres Treffens bildete ein gemeinsames Mittagessen im Kirchenwirt in Aigen. Bei gutem Essen und angeregten Gesprächen wurde gelacht, erinnert und über die vergangenen zwanzig Jahre erzählt.

Anschließend ließen wir den Tag bei der Familie Dornbusch im Putterer Seehof in gemütlicher Runde ausklingen. Es war ein würdiger Abschluss eines besonderen Wiedersehens und bot noch einmal Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen und alte Geschichten aufleben zu lassen.

Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein trägt den Leitspruch „Die Schule fürs Leben“. Beim Wiedersehen wurde uns bewusst, wie treffend diese Worte sind. Denn die Schule hat uns nicht nur fachliches Wissen vermittelt, sondern auch Freundschaften, Erfahrungen und Werte mitgegeben, die uns bis heute begleiten.

Unser Dank gilt allen, die durch ihre Teilnahme, ihre Erinnerungen und die vielen Gespräche dieses Wiedersehen zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben. Wir freuen uns bereits auf das nächste Treffen.

Denn manche Erinnerungen verblassen nie – und manche Freundschaften überdauern Jahrzehnte. 

Feeberger Magdalena (geb. Kaml)