Genau hier setzte das Projekt „Weidelösungen“ an: Ziel war es, innovative und praxistaugliche Ansätze zu entwickeln, mit denen eine tiergerechte und effiziente Weidehaltung auch unter ungünstigen Betriebsbedingungen erfolgreich umgesetzt werden kann. Das vorliegende Projekt ergänzte, durch vertiefende Forschungsaktivitäten zu den angeführten Themenfeldern, das EIP-Projekt „Weide-Innovationen“.
Forschungsschwerpunkte
Im Mittelpunkt des Projekts standen die Entwicklung und Bewertung neuer Saatgutmischungen sowie alternativer Weidesysteme unter realen Praxisbedingungen. An ausgewählten Standorten wurden speziell abgestimmte Gräser- und Kräutermischungen sowohl auf Dauergrünland als auch auf Ackerflächen getestet. Darüber hinaus wurden unterschiedliche Beweidungssysteme (Kurzrasenweise, Mop-Grazing und Top-Grazing) erprobt. Die Untersuchungen bezogen agronomische, tierbezogene und parasitologische Parameter mit ein und wurden durch Erfahrungswerte aus österreichischen Praxisbetrieben ergänzt.
Zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen
- Trittfeste Gräser für Bewegungsweiden: Für stark beanspruchte, hofnahe Flächen bewährten sich Gräsermischungen mit trittfesten Arten. Neben den klassischen Weidearten für intensive Weidesysteme (Englisches Raygras, Wiesenrispe) können auf diesen Flächen weitere ausläufertreibende und stark trittverträgliche Gräserarten wie Rotschwingel und Rotstraußgras die Narbenstabilität deutlich erhöhen.
- Mob Grazing verbessert Ackerweiden: Besonders in niederschlagsarmen Regionen zeigte sich das Mob-Grazing-System auf Rinderbetrieben als wirkungsvoll. Kurze, intensive Beweidung bei hohem Aufwuchs förderte die Bodenstruktur, das Wurzelwachstum und das Mikroklima. Kräuter wie Chicorée und Spitzwegerich steigerten unter diesen Bedingungen den Ertrag spürbar.
- Parasitenlast der kleinen Wiederkäuer stärker von Rasse beeinflusst als vom Weidesystem: In einem mehrjährigen Versuch mit 24 Hammeln unterschiedlicher Rassen (Jura vs. Tiroler Bergschaf) zeigten Saatgutmischung und Weideform keinen signifikanten Einfluss auf die Eiausscheidung (EPG). Entscheidender Faktor war die Rasse: Tiroler Bergschaf-Hammel wiesen höhere EPG-Werte auf, was sich jedoch nicht negativ auf die Tageszunahmen im Vergleich zu Jura-Hammeln auswirkte.
Laufzeit: 2022–2025
Bilder zum Projekt






