Die effiziente Nutzung knapper Ressourcen ist eines der großen Zukunftsthemen in der Landwirtschaft. Insbesondere in der biologischen Milchviehhaltung stellt sich die Frage: Müssen Milchkühe mit hochwertigen, für den menschlichen Verzehr geeigneten Futtermitteln wie Getreide oder Körnerleguminosen gefüttert werden – oder gibt es nachhaltige Alternativen?
Genau hier setzt das neue Forschungsprojekt By-Product an: Es untersucht, ob und wie auf lebensmitteltaugliche Kraftfutterkomponenten verzichtet werden kann, ohne Tiergesundheit und Leistung negativ zu beeinflussen.
Wissenschaftlich fundiert – praxisnahe Umsetzung
Das Projekt By-Product startet im Oktober 2025 am Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Ziel ist es, in den ersten Monaten der Laktation den Ersatz von klassischen Bio-Kraftfuttermitteln wie Mais, Getreide oder Erbsen durch faserreiche Alternativen – etwa Bio-Rübenschnitzel und Klee-Luzernepellets – zu prüfen.
Untersucht werden Auswirkungen auf Futter- und Nährstoffaufnahme, Nährstoffbedarfsdeckung, Milchleistung, Körperkondition sowie Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsparameter der Bio-Milchkühe. Darüber hinaus werden die Wirtschaftlichkeit und die praktischen Fütterungsstrategien bewertet.
Das Projekt By-Product verknüpft fundierte Tierernährung mit Fragen der Kreislaufwirtschaft, Regionalität und gesellschaftlichen Akzeptanz. Die Versuche finden unter realistischen Bio-Bedingungen statt und liefern Ergebnisse, die direkt in Beratung, Praxis und Qualitätsprogramme einfließen können. Auch eine breite Einbindung von Studierenden, Beratungskräften, Futtermittelfirmen sowie umfangreiche Dissemination der Ergebnisse ist geplant.



