In zwei Versuchen wurden Holstein-(HF)-Milchkühe mit Angus (AA) als Vaterrasse belegt. Angus gilt als frühreife, mittelgroße Fleischrasse mit guter Eignung für die extensive Mast und mit guter innerer Fleischqualität. Als Vergleichsgruppe dienten Fleckvieh-(FL)-Ochsen. Im Versuch I wurden die Rinder mit einer Grassilage-Heu-Ration und 1 kg Kraftfutter gemästet. Im Versuch II wurden die Tiere auf Kurzrasenweide und anschließend im Stall fertiggemästet. Die Schlachtung erfolgte bereits mit 400 kg Lebendgewicht.
In den Tageszunahmen konnten zwischen HF×AA und FL zwar keine Unterschiede statistisch abgesichert werden, numerisch lagen sie aber bei den HF×AA-Ochsen höher. HF×AA fraß tendenziell mehr Futter als FL. Der Futteraufwand war bei HF×AA geringfügig ungünstiger.
In der Schlachtleistung schnitt HF×AA etwas schlechter ab als FL, wobei hier insbesondere die HF×AA-Kalbinnen hinter den FL-Ochsen zurückblieben. Die HF×AA Schlachtkörper waren etwas schlechter bemuskelt, EUROP-Fleischklasse, Ausschlachtung und Anteil wertvoller Teilstücke waren in der Tendenz geringfügig niedriger. HF×AA hatte eine etwas höhere Fetteinlagerung, was sich auch positiv auf die innere Fleischqualität auswirkte. Das Fleisch der HF×AA-Rinder zeigte in der Fleischverkostung und mittels Fleischqualitäts-Untersuchungen ermittelten Merkmalen (Zartheit, intramuskuläres Fett, …) eine bessere Qualität als FV.
Diese neue Mastform kann einen Beitrag zum Erhalt von Grünland und Kulturlandschaft und zur Reduktion von Kälberexporten leisten. Beim Konsumenten kann diese Art der Fleischerzeugung mit einer sehr guter Produktionsqualität und Produktqualität punkten. Am österreichischen Fleischmarkt gibt es derzeit kein vergleichbares Produkt. Für Direktvermarkter wäre dieses neue Rindfleischprodukt sofort umsetzbar. Da dieses Produkt nicht in bestehende österreichische Markenfleischprogramme passt, wären für eine Etablierung am Markt Vermarktungspartner entlang der Wertschöpfungskette notwendig.



