Vorsprung durch Transparenz: Das neue Werkzeug „FarmConsult“
Ein Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des neuen Beratungswerkzeugs „FarmConsult“ durch Expert:innen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und von Raumberg-Gumpenstein Research & Development. Die digitale Anwendung bietet Betrieben und Berater:innen einfach interpretierbare Kennzahlen zu Produktionsdaten sowie zur betriebsindividuellen Klimabilanz in CO2-Äquivalenten. Durch das Benchmarking im Tool werden die eigenen Leistungen und Potenziale im Bereich Umwelt- und Klimaschutz erstmals deutlich sichtbar und über mehrere Jahre hinweg vergleichbar. Dies ermöglicht eine gezielte Optimierung der Betriebe und damit einhergehend ökonomische Vorteile und eine Reduktion der Umweltbelastung.
Warum Klimaschutz? Marktwirtschaft und EU-Vorgaben
Neben den fachlichen Ergebnissen wurde intensiv die strategische Bedeutung des Projekts diskutiert. Dabei wurden zwei Haupttreiber identifiziert:
- Marktwirtschaft: Klimaschutz wird zunehmend zum entscheidenden Verkaufsargument entlang der gesamten Lieferkette. Immer mehr Projekte bieten die Möglichkeit für Verkaufsprämien, wenn gut dokumentierte Umweltleistungen vorliegen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen: Die neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) nimmt alle Sektoren in die Pflicht und macht nachvollziehbare Umweltkennzahlen unumgänglich.
Wissenstransfer als Erfolgsfaktor
Eine wesentliche Strategie des Projekts war der laufende Wissenstransfer in beide Richtungen. Wissenschaft und Beratung profitieren vom praktischen Wissen der Betriebe zur Umsetzung von Minderungsmaßnahmen, während die Landwirt:innen aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung erhalten und direkt in ihre tägliche Praxis integrieren können. „Die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter haben viel Offenheit bewiesen und gezeigt, welche Schritte durch einen aktiven Umgang mit dem Klimaschutz möglich sind“, war der Tenor der Expert:innen bei den Fachtagen.
Positive Bilanz bei Treibhausgasemissionen
Erste Auswertungen zeigen einen Erfolg: Im Projektgebiet wurde ein Rückgang der Treibhausgasemissionen festgestellt, insbesondere bei fossilen Emissionen und im Bereich des Betriebsmittelzukaufs. Aktuell werden die finalen Auswertungen für den Fußabdruck 2025 sowie die Modellierungen für den Projektzeitraum von 2018 bis 2025 erstellt.
Das Gelingen des Projekts ist einer starken Partnerschaft zu verdanken. Ein besonderer Dank gilt den motivierten Akteuren von Bio Austria, Prolactal GmbH, NÖM AG, Raumberg-Gumpenstein – und ganz zentral den teilnehmenden Landwirt:innen! Die Beteiligten lobten die kooperative Herangehensweise und den konstruktiven Austausch zwischen Landwirtschaft, Beratung, Wirtschaft und Wissenschaft im Projekt.



