Absetzdurchfall ist eine multifaktorielle Erkrankung, die sowohl das Tierwohl negativ beeinflusst als auch wirtschaftliche Einbußen bewirkt. Die Trennung von der Muttersau bedeutet für die Ferkel Stress: neue Stallumgebung, Nahrungsumstellung, Wegfall der maternalen Antikörper über die Sauenmilch und neue Buchtengenossen. Auch das Stallklima kann das Auftreten von Absetzdurchfall beeinflussen. Die Summe aus Stressfaktoren macht die Jungtiere anfällig für Krankheitserreger aus der Umwelt. Ein Beispiel für Erreger, die für schwerwiegende Krankheitsverläufe verantwortlich gemacht werden können, sind pathogene E.coli-Bakterien. Diese werden oral von den Ferkeln aufgenommen, heften sich an die Darmwand und verursachen dort erhebliche Schädigung der Darmschleimhaut. Selbst wenn die Infektion rechtzeitig erkannt und antibiotisch behandelt wird, ist die Darmwand in manchen Fällen bereits in einem Maße geschädigt, dass die betroffenen Ferkel kein optimales Leistungspotential mehr erreichen. Um den Einsatz antibiotischer Arzneimittel und wirtschaftliche Verluste möglichst niedrig zu halten, müssen Infektionen effektiv vorgebeugt werden. Neben einer Liste von Managementmaßnahmen, darunter restriktive Fütterung, optimierte Stallhygiene und Futtersäuren, ist auch die Applikation eines bestandsspezifischen Impfstoffes zur Vorbeugung gegen Absetzdurchfall denkbar. Die Wirksamkeit dieser Präventivmaßnahme soll in diesem Projekt untersucht werden.
Projektlaufzeit 01.03.2026 -31.12.2029
Projektziele
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines stallspezifischen Impfstoffes für den Schweinebestand des Versuchsguts der HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Standort Wels/Thalheim) zur Reduktion von Absetzdurchfall basierend auf dem Keimspektrum im Bestand. Als Projektpartner und Kompetenzstelle zur Entwicklung des Impfstoffes und Erhebung des Keimspektrums fungiert die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Das bestandspezifische Keimspektrum wird anhand von Kottupferproben ermittelt. In einem weiteren Schritt streben wir die wissenschaftlich fundierte Datenaufnahme und Dokumentation der Häufigkeit von Absetzdurchfall und Gewichtsentwicklung geimpfter Ferkel an. Nach der Ermittlung der Wirksamkeit wird eine Kostenaufstellung erarbeitet, die den Einsatz eines solchen stallspezifischen Impfstoffes wirtschaftlich beleuchtet. Dadurch wird eine Aussage über die Wirtschaftlichkeit (Impfstoffkosten, Behandlungskosten, wirtschaftliche Verluste durch verzögertes Wachstum) formuliert.





