Im Rahmen des Review-Prozesses hat sich die Forschungsgruppe Fütterung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein fachlich in den Entstehungsprozess der Richtlinie eingebracht.
Die Zusammensetzung des Futters sowie die Art der Fütterung haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entstehung von Emissionen in der Nutztierhaltung. Über das Futter aufgenommene Nährstoffe wie Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) oder Schwefel (S), die nicht in tierischen Produkten (z. B. Milch, Eier oder Zuwachs) gespeichert werden, werden über Kot und Harn ausgeschieden. Damit bestimmen Futtermenge und Nährstoffgehalte entscheidend das Potenzial für Nährstoffausscheidungen und daraus entstehende Emissionen. Ein zentraler Ansatzpunkt zur Emissionsminderung ist die Reduktion von Stickstoffausscheidungen – insbesondere über den Harn. Durch eine gezielte, nährstoffangepasste Rationsgestaltung, die den Bedarf an Aminosäuren deckt und den Rohproteingehalt bedarfsgerecht reduziert, können Stickstoffausscheidungen und damit Ammoniak-(NH₃)-Emissionen deutlich gesenkt werden.
Neben Ammoniak spielen auch klimarelevante Gase wie Kohlendioxid (CO₂), Lachgas (N₂O) und Methan (CH₄) eine wichtige Rolle. Diese Emissionen werden ebenfalls durch Futtermenge und Futterzusammensetzung beeinflusst – insbesondere die Methanbildung bei Wiederkäuern sowie Emissionen aus Wirtschaftsdüngern.
Die Richtlinie richtet sich an Landwirte und Landwirtinnen, die Rinder, Schweine und Geflügel halten, sowie an Sachverständige in Behördenverfahren. Sie zeigt praxisnahe Möglichkeiten auf, wie Emissionen – insbesondere Ammoniak, Gerüche und Stäube – durch optimiertes Futter und angepasste Fütterungsstrategien reduziert werden können. Unter dem Link VDI 3894 Blatt 3_2025-11-DIN Media kann die VDI 3894-Richtlinie Blatt 3 kostenpflichtig bezogen werden.




