Klauengesundheit im Fokus: Eine unterschätzte Schwachstelle in der Schafhaltung
Lahmheiten bei Schafen – oft ausgelöst durch Klauenerkrankungen wie Moderhinke – sind nicht nur ein Tierschutzproblem, sondern auch ein wirtschaftlicher Risikofaktor. In vielen Schafbetrieben Österreichs fehlt es bislang an systematisch erhobenen Daten zur Häufigkeit und Ausprägung dieser Erkrankungen. Vor allem über Zusammenhänge mit Rasse, Alter oder Managementfaktoren ist wenig bekannt. Damit bleibt Tierhaltern ein wirksames Werkzeug zur Prävention und Bekämpfung dieser Krankheiten oft verwehrt. Genau hier setzt das neue Forschungsprojekt KlauenSchaf an.
Praxis trifft Forschung: Klauengesundheit wissenschaftlich erfassen
An der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ein groß angelegtes Forschungsprojekt, das die Klauengesundheit in steirischen Schafbetrieben umfassend untersucht. In Zusammenarbeit mit der Vetmeduni Vienna werden auf 29 ausgewählten Betrieben Schafe hinsichtlich Lahmheit und Klauenerkrankungen erfasst und bewertet.
Im Zentrum steht die Frage, wie verbreitet bestimmte Klauenerkrankungen – insbesondere Moderhinke – sind und wie stark sie auftreten. Dafür werden Gesundheitsstatus, Haltungsform, Rasse, Alter sowie Management- und Biosicherheitsmaßnahmen per Fragebogen erfasst. Zusätzlich erfolgt eine individuelle Untersuchung der Tiere und eine Lahmheitsbewertung anhand eines standardisierten Scoring-Systems.
Ziel ist es, Einflussfaktoren und typische Krankheitsmuster zu erkennen, um daraus Empfehlungen für Praxis und Beratung abzuleiten – für gesündere Klauen, bessere Tierwohlstandards und mehr Wirtschaftlichkeit.
Projektpartner: Vetmeduni Vienna, Klinisches Zentrum für Wiederkäuer- und Kamelidenmedizin





