Die Digitalisierung eröffnet der Milchviehwirtschaft neue Möglichkeiten – Technologien wie Aktivitäts- und Wiederkausensoren, Pansensensoren sowie vernetzte Melktechnik bieten hinsichtlich Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit und Arbeitszeit großes Potenzial. Sie können bei der Früherkennung unterstützen, Entscheidungen erleichtern und Arbeitszeitersparnis bringen. Damit digitale Technologien tatsächlich einen Mehrwert bringen, müssen sie im betrieblichen Alltag funktionieren. In der Praxis können unterschiedliche betriebliche Bedürfnisse, die Komplexität der Daten, Datenflut, Überalarmierung oder unzureichende Routinen die erfolgreiche Anwendung erschweren.
Hier setzt das EIP-Projekt „KUHNECT – Milchviehbetriebe vernetzt: digitales Management von Tiergesundheit langfristig etablieren“ an. Nutzungshürden werden systematisch erfasst und praxistaugliche, an unterschiedliche Betriebstypen angepasste Lösungen für die Anwendung von digitalen Tools im Tiergesundheitsmanagement entwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Mensch-Technik-Interaktion und die erfolgreiche Integration in den Betriebsalltag. Ziel ist die Entwicklung von betriebsspezifischen, arbeitsprozessbezogenen Optimierungsstrategien bei der Anwendung von digitalen Tools im Tiergesundheitsmanagement.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Verbindung von Forschung und Praxis. Zusätzlich sorgt die Zusammenführung von arbeitsprozessbezogenen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten für eine breite Ausrichtung des Projekts und gewährleistet die Anwendungsorientierung. Die Ergebnisse fließen in Workshops, Podcasts und Arbeitskreise ein und werden abschließend in einem Praxisleitfaden und Lernmaterialien aufbereitet – als dauerhaft nutzbares Werkzeug für Betriebe und Beratung.
Das Projektkonsortium vereint die Expertise von Partnern aus Praxis, Tiermedizin, Beratung und Forschung. Neben der HBLFA Raumberg-Gumpenstein gemeinsam mit der Raumberg-Gumpenstein Research & Development sind die veterinärmedizinische Universität, die Universität für Bodenkultur, STUDIA Austria, die Landwirtschaftskammer Niederösterreich und zwei Milchviehbetriebe an der Entwicklung und Umsetzung des Projekts beteiligt.
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