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Zuckerheu in der Kälberfütterung – Erste Ergebnisse im Journal of Dairy Science veröffentlicht

Ende 2021 wurde ein Forschungsprojekt beendet, in welchem die HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Institut für Nutztierforschung) und die Veterinärmedizinische Universität Wien (Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe) verschiedene Fütterungskonzepte für Kälber untersucht haben. Das Projektziel war, herauszufinden, wie sich unterschiedliche Heuqualität (Zuckerheu vs. Heu mittlerer Qualität) und Kraftfuttereinsatz (kein Kraftfutter vs. 70 % Kraftfutter im Festfutter) auf Futteraufnahme, Tageszunahmen und Stoffwechsel der Kälber auswirken. Erste Ergebnisse dieses Forschungsprojekts wurden nun im amerikanischen Journal of Dairy Science, einer der renommiertesten Fachzeitschriften auf dem Gebiet der Tierernährung, veröffentlicht.

Links zum Journal of Dairy Science:

Artikel 1: Replacing concentrates with a high-quality hay in the starter feed in dairy calves: I. Effects on nutrient intake, growth performance, and blood metabolic profile

Artikel 2: Replacing concentrates with a high-quality hay in the starter feed of dairy calves: II. Effects on the development of chewing and gut fermentation, and selected systemic health variables

Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts werden auch bei der 49. Viehwirtschaftlichen Fachtagung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein am 6. und 7. April 2022 vorgestellt. Nähere Informationen und das Programm zur Tagung finden sie hier. (Link zum Tagungsprogramm)

 

Im Folgenden finden Sie eine kurze Zusammenfassung dieses Forschungsprojekts:

In der Kälberfütterung werden oftmals Kraftfutter-reiche Starterfutter eingesetzt. Der geringe Strukturgehalt solcher Starterfutter kann jedoch bereits bei Kälbern zu Stoffwechselproblemen führen und die Entwicklung des Verdauungstrakts beeinträchtigen. Hoch qualitatives Heu könnte eine Alternative sein, die sowohl einen hohen Protein- und Energiegehalt als auch einen ausreichend hohen Strukturgehalt aufweist. In einem Forschungsprojekt wurde daher untersucht, wie sich Heuqualität (Heu mittlerer Qualität – „MQH“, Heu hoher Qualität – „HQH“) und Kraftfuttereinsatz (kein Kraftfutter, 70 % Kraftfutter – „+KF“) auf Futter- und Nährstoffaufnahme, Tageszunahme, Verdaulichkeit der Ration sowie Stoffwechselparameter im Blut auswirken. 40 Kälber der Rasse Holstein Friesian wurden unmittelbar nach der Geburt einer der vier Versuchsgruppen zugeordnet (MQH, HQH, MQH+KF, HQH+KF). Von der ersten bis zur 14. Lebenswoche wurden die Aufnahme an angesäuerter Milchtränke, Festfutter und Wasser täglich und das Lebendgewicht wöchentlich erhoben. In der ersten Lebenswoche und am Ende von Woche 3, 7, 11 und 13 wurden Blutproben genommen. In der 14. Lebenswoche wurden zudem Kotproben gezogen, um die Verdaulichkeit der Ration untersuchen zu können. In den ersten 8 Lebenswochen unterschieden sich Futteraufnahme und Tageszunahme nicht zwischen den Versuchsgruppen. Ab der 10. Lebenswoche waren dagegen Trockenmasse-, Protein- und Energieaufnahme der mit MQH gefütterten Kälber deutlich niedriger als bei den anderen Gruppen, die sich nicht voneinander unterschieden. Ein Grund für die hohe Futteraufnahme der HQH-Kälber lag in der hohen Verdaulichkeit des Heus. Nach dem Absetzen am Ende der 12. Lebenswoche wiesen die MQH- und MQH+KF-Gruppen niedrigere Tageszunahmen auf als die HQH- und HQH+KF-Tiere. Der Gehalt an β-Hydroxybuttersäure und Cholesterol im Blut war nach dem Absetzen bei den nur mit Heu gefütterten Kälbern deutlich höher als bei den Heu-Kraftfutter-Gruppen, was auf eine bessere Entwicklung der Pansenschleimhaut hinweist. Die Ergebnisse dieses Projekts zeigen, dass Kraftfutter-reiche Kälberstarter durch hochqualitatives Heu ersetzt werden können, ohne dass es zu Rückgängen in Futteraufnahme und Tageszunahme kommt. Weiters dürfte sich diese Fütterungsstrategie auch positiv auf die Entwicklung des Verdauungstraktes auswirken.

 

 HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Team

Terler Georg, Dr.

Dr. Georg Terler

Milchproduktion und Tierernährung
Eingang Daniel

Daniel Eingang

Umweltaspekte der tierischen Produktion

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2018 - 2021 , Terler Georg