Die Begrüßung und Vorstellung der Aufgaben, Ausstattung und Themenbereiche des Hauses Raumberg-Gumpenstein erfolgte durch Dir. Dr. Johann Gasteiner.
In 3 Praxisblöcken konnten die Delegierten themenrelevante Projekte und Ergebnisse der HBLFA und ihrer Partner kennenlernen.
Block 1: Viehwirtschaft (Dr. Thomas Guggenberger)
63 % der in Österreich von Landwirten geernteten Pflanzen können ohne Wiederkäuer nicht verwertet werden. Dies betrifft alle Pflanzen, die im Dauergrünland oder im Feldfutterbau erzeugt werden, ebenso wie die Nebenprodukte der Ackerfrüchte. In verschiedenen Produktionssystemen nutzen die Bauernhöfe in Österreich dieses Potenzial in sehr extensiver bis geringfügig intensiver Form.
Im Mittelpunkt der Diskussionen mit den Teilnehmern aus aller Welt stand die Frage nach den effizientesten Tieren, die global angeboten werden. Das Institut für Nutztierforschung ist in der günstigen Lage, allgemein gültige Vorschläge zu machen. Vor allem das Grundprinzip, dass die Leistung von Tieren an das natürliche Potenzial der Betriebe anzupassen ist, fand hohen Zuspruch.
Dieser Vorschlag wurde besonders von Besuchern aus südlichen Ländern unterstützt. Sie hoben hervor, dass Resilienz gegenüber Hitze ein immer wichtigerer Aspekt in ihrer Landwirtschaft wird und die Anpassung an den Klimawandel deshalb hohe Priorität genießt. Der Fachbereich wurde mit der Feststellung beendet, dass Methan als Treibhausgas der Wiederkäuer innerhalb seines Kreislaufs – insbesondere in Europa – keine zusätzliche Klimaerwärmung bewirkt.
Block 2 - Grünlandbewirtschaftung (Dr. Andreas Schaumberger, Dr. Andreas Klingler, DI Lukas Gaier)
Im Rahmen der Exkursion erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst eine kurze Einführung in das österreichische Grünland, wobei besonders die Bedeutung für benachteiligte Gebiete hervorgehoben wurde. Es erfolgte eine Beschreibung der aktuellen Ausgangssituation unter Berücksichtigung von Standortbedingungen, Wetter und Bewirtschaftungsmanagement.
Anschließend wurden verschiedene Forschungsversuche vorgestellt:
CutGrass: Mit Verweis auf die SatGrass-App wurde erläutert, wie Digitalisierung und der Einsatz von Satellitendaten in Kombination mit KI-Modellen wertvolle Informationen für die praktische Landwirtschaft liefern können. Zudem wurde erklärt, wie an unserem Standort die dafür notwendigen In situ-Daten gesammelt werden.
Viele Fragen bezogen sich auf Erträge und Wachstumsfaktoren unter österreichischen Bedingungen. Auch die Übertragbarkeit des Systems auf andere Regionen war ein großes Thema – das Interesse daran, ähnliche Systeme in anderen Ländern zu implementieren, war durchaus vorhanden.
ClimGrass-Anlage: Hier wurden die wichtigsten Ergebnisse präsentiert. Besonders betont wurde die Bedeutung langfristiger Untersuchungen. Unter den künftigen Bedingungen konnte erst nach fünf Jahren erstmals ein höherer Jahresertrag festgestellt werden, da sich der Pflanzenbestand erst über einen längeren Zeitraum an die veränderten Bedingungen anpasst. Auch zur Messtechnik wurden zahlreiche Fragen gestellt.
Die Gruppe zeigte sich sehr interessiert, stellte viele Fragen sowohl zum österreichischen Grünland als auch zu unseren Versuchsflächen und Forschungsprojekten. Insgesamt war es ein spannender Austausch, der das große Interesse an moderner Grünlandforschung und deren praktischer Anwendung verdeutlichte.
Block 3 - Pansensensor (Dr. Johann Gasteiner und Dr. Philipp Breitegger - smaXtec)
Im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit zwischen der HBLFA und der Firma smaXtec wurde der mittlerweile weltweit erfolgreiche Pansensensor entwickelt und ständig weiterentwickelt. Dieses anerkannte Instrument zum Herdenmanagement und zur Früherkennung von Tierkrankheiten vereint höchstes Fachwissen, Digitalisierung am Stand der Zeit und den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Völlig neue Erkenntnisse über Milchkühe und innovative Lösungen zur nachhaltigen wie effizienten Milchproduktion konnten den Teilnehmer:innen durch Dr. Johann Gasteiner und durch Dr. Philipp Breitegger (smaXtec) vermittelt werden.
Ein Vortrag von Frau Dr. Elfriede Ofner-Schröck im Rahmen der IFCN Supporter Conference in Graz zum Thema Tierwohl rundete die Kompetenz der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in diesem für die österreichische Landwirtschaft bedeutenden Bereich der Milchproduktion ab.
Die Delegation zeigte sich sehr beeindruckt von den Projekten und Ergebnissen, aber auch von den modernen Möglichkeiten, welche der Standort Raumberg-Gumpenstein mit seiner Kombination aus Lehre und Forschung bietet.

















