Bei Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen entsteht Methan im Pansen. Dort zersetzen Mikroorganismen das Futter und machen Nährstoffe für die Tiere verfügbar. Dabei fällt Methan als Nebenprodukt an. Für den Klimaschutz und eine effiziente Lebensmittelproduktion ist es wichtig, diese Methanverluste zu verringern oder bei gleicher Methanmenge mehr Milch oder Fleisch zu erzeugen. Das kann entweder durch Veränderungen der Mikroorganismen im Pansen oder durch eine bessere Abstimmung von Futter, Tier und Leistung erreicht werden.
Im Projekt CH4-Minus untersucht das Institut für Nutztierforschung verschiedene Futtermittel und Futterzusätze bei einer Milchviehherde. Ziel ist es, deren Einfluss auf die Methanbildung zu prüfen. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die lange Versuchsdauer von mindestens einem Jahr. Ein Teil der Tiere wird über mehrere Abschnitte der Laktation hinweg gefüttert, ein anderer Teil über eine Standardlaktation. Zusätzlich werden zwei unterschiedliche Grundfutterrationen eingesetzt.
Leinextraktionsschrot wird geprüft, da seine Linolsäure die Methanmenge senken und die Effizienz leicht verbessern kann. Der Futterzusatz Agolin soll durch pflanzliche Inhaltsstoffe die Tiergesundheit und damit die Effizienz steigern. Bovar wirkt als Inhibitor und kann die Emissionen verringern.
Der Versuch findet im Rinderforschungsstall der HBLFA statt. Dabei werden Futteraufnahme, Leistung, Gesundheit und Emissionen vollständig erfasst. Die Methanemissionen werden mit mehreren Messsystemen bestimmt, darunter Messungen in der Respirationskammer sowie regelmäßige Messungen am Futterplatz. Eine weitere Messkampagne mit dem System GreenFeed ist für das Frühjahr 2026 geplant.
Am Ende des Projekts liegen verlässliche Ergebnisse darüber vor, wie stark Futtermittel und Futterzusätze die Methanbildung beeinflussen können. Diese Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für Entscheidungen im Bereich Klimaschutz und Landwirtschaft.



