Vernetzungstreffen der österreichischen Genbanken in Gumpenstein 2025

Vom 11. bis 12. Juni fand auch dieses Jahr wieder das jährliche Vernetzungstreffen der nationalen Erhalter pflanzengenetischer Ressourcen in Österreich statt, dieses Mal in den Seminarräumen der Forschungseinrichtung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein.

 (c) AGES, Kammerstaetter K.

Mit ganzen 13 nationalen Einrichtungen, die dem Erhalt wilder Pflanzen, sowie alter und neuer Kultursorten und Varianten gewidmet sind, ist der Bedarf an Koordination und Organisation besonders groß. Die AGES mit der Arbeitsgruppe für pflanzengenetische Ressourcen fungiert hier als Dachorganisation und war auch dieses Jahr wieder mit Rat und Tat dabei.

Stand letztes Jahr noch alles im Zeichen des Obstes und dem Erhalt unserer genetisch einzigartigen Obstsorten, widmeten sich die Genbanken dieses Jahr besonders der Frage der Qualität von Anzucht, Analyse und Lagerung – ein besonders wichtiges Thema, da Muster über Jahrhunderte hinweg sicher gelagert werden müssen.

Es müssen viele Vorgaben und Richtlinien berücksichtig werden und zu einem ganzheitlichen Genbank-Managementsystem zusammenfließen. Kürzlich erst durfte die Genbank der AGES Kollegen aus Schweden und Ungarn begrüßen, die im Sinne eines Audits die Abläufe und Dokumente der Genbank beleuchteten und bewerteten - mit für uns sehr gutem Ergebnis.

So konnten Sylvia Vogl und Maria Zimmerbauer mit ihren Vorträgen und Beispielen zur praktischen Anwendung von Qualitätsmaßnahmen in Genbanken wertvolle Inputs liefern, die vielen Kollegen aus ganz Österreich eine wichtige Hilfe sein werden. Unser besonderer Dank gilt auch unserem Gastgeber Dr. Wilhelm Graiss, Abteilungsleiter der Genbank der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, der ebenfalls Beispiele der praktischen Anwendung am Standort vorstellen konnte, die alle gemeinsam bei einem Rundgang begutachtet wurden. Auch hier bekamen alle Mitgleider des Genbank Netzwerkes wieder wertvolle neue Inputs.

CRISPR/CAS und die EU

Mit Mag. Phillip Judex und DI Maximilian Pock durften wir zwei Vertreter aus dem Ministerium willkommen heißen. Das Thema Gentechnik und künstlich veränderte Sorten verschiedenster Art wird die Genbanken zukünftig beschäftigen, da Veränderungen der Rechtslage in der EU zu erwarten sind, welche auch Eingang und Abgabe von Material beeinflussen. In einem sehr informativen Vortag zu den laufenden Diskussionen der EU-Mitgliedsstaaten konnten die Anwesenden einen Eindruck gewinnen über das komplexe Zusammenspiel von Recht, Nachhaltigkeit, Nutzung, sowie Bedenken betreffend Sortenschutz und Patent.

Genbanken aus Tirol und Wies stellen sich vor

Besonders freuen durften wir uns dieses Jahr über ein Zusammentreffen mit Kollegen der Genbank für Spezialkulturen Wies des Landes Steiermark und der Genbank für alte Sorten und Landsorten Tirol des Landes Tirol, welche ihre Institutionen und Schwerpunkte vorstellten. Gemeinsam wurde über Probleme und Chancen gesprochen, sowie die gegenwärtige Situation im Fachgebiet. Es kristallisiert sich für alle Beteiligten heraus, dass die Probleme der Genbanken in Österreich oft universeller Natur sind.

Es wurden gegenseitige Begutachtungen der Genbanken und Hilfestellung durch die Arbeitsgruppe für pflanzengenetische Ressourcen der AGES anberaumt und natürlich der Termin unseres nächsten Treffens.

Wir freuen uns über ein erfolgreiches Meeting und auf nächstes Jahr!

 

Team

Graiss Wilhelm, Dr.

Dr. Wilhelm Graiss

Abteilungsleiter

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