Dieser Artikel beinhaltet den Videomitschnitt und die Präsentation des Vortrages von Walter Starz im Rahmen des Webinars von Naturland Bayern - Erste-Hilfe-Maßnahmen im Dauergrünland: Trockenheit im Grünland - was jetzt hilft und was morgen zählt mit einer kurzen Zusammenfassung:
Videomitschnitt des Webinars Trockenheit im Grünland - was jetzt hilft und was morgen zählt
Präsentation zum Videomitschnitt
Nach der Trockenheit schnell handeln
Nach einer Dürre sollten abgestorbene Pflanzenreste entfernt und entstandene Lücken für eine Nachsaat genutzt werden. Entscheidend ist, günstige Niederschlagsphasen zu nutzen, um geschwächte Bestände rasch zu regenerieren. Besonders auf trockenen Standorten kann eine Schlitzsaat Vorteile bringen, da das Saatgut schneller Zugang zur Bodenfeuchtigkeit erhält.
Wurzeln entscheiden über die Trockenheitsresistenz
Eine zentrale Rolle spielt die Wurzelentwicklung. Grünlandpflanzen bilden tiefere Wurzeln, wenn ausreichend Ruhezeiten zwischen den Nutzungen vorhanden sind. Intensive Schnitt- oder Weidesysteme führen dagegen oft zu flacheren Wurzelsystemen. Tiefer wurzelnde Bestände können Wasserreserven besser nutzen und Trockenperioden länger überstehen.
Angepasste Weidesysteme bringen Vorteile
Für trockenheitsgefährdete Standorte empfehlen sich Weidesysteme mit ausreichenden Regenerationszeiten. Koppel- und Portionsweiden ermöglichen es den Pflanzen, nach der Beweidung wieder Blattmasse und Wurzeln aufzubauen. Im Vergleich zu dauerhaft intensiv genutzten Standweidesystemen erhöht dies die Widerstandskraft der Grasnarbe und verbessert die Ertragsstabilität.
Höher mähen, mehr Feuchtigkeit erhalten
Auch die Schnitthöhe beeinflusst die Trockenheitsverträglichkeit. Zu tiefe Schnitte sollten vermieden werden. Höhere Stoppelreste beschatten den Boden, reduzieren die Verdunstung und fördern eine schnellere Regeneration des Bestandes. Gerade in trockenen Jahren können wenige Zentimeter mehr Schnitthöhe entscheidend sein.
Die richtigen Arten für trockene Standorte
Langfristig müssen Grünlandbestände an veränderte Klimabedingungen angepasst werden. Zu den empfohlenen Arten für trockenheitsgefährdete Flächen zählen Knaulgras, Glatthafer, Wiesenlieschgras und Rotklee. Auch Rohrschwingel oder Festulolium können unter bestimmten Nutzungsbedingungen interessante Optionen sein. Diese Arten verfügen über Eigenschaften, die eine bessere Wassernutzung und höhere Trockenheitstoleranz ermöglichen.
Vielfalt erhöht die Krisenfestigkeit
Artenreiche Grünlandbestände reagieren robuster auf Wetterextreme als monotone Bestände. Unterschiedliche Pflanzenarten nutzen Wasser und Nährstoffe verschieden und können Ertragsschwankungen besser ausgleichen. Gleichzeitig trägt eine vielfältige Grünlandbewirtschaftung zur Förderung der Biodiversität bei und stärkt die ökologische Stabilität des Betriebes.
Fazit
Trockenheit lässt sich nicht verhindern, ihre Auswirkungen jedoch deutlich reduzieren. Eine Kombination aus angepasstem Weidemanagement, standortgerechten Pflanzenarten, rechtzeitiger Nachsaat, ausreichenden Regenerationszeiten und einer angepassten Bewirtschaftung macht Wiesen und Weiden widerstandsfähiger. So können Grünlandbetriebe auch unter zunehmendem Trockenstress ihre Futtergrundlage langfristig sichern.



