Sein beruflicher Weg in Gumpenstein begann im Bereich Hackfrüchte und Getreidebau. 1989 wechselte Bernhard Krautzer in die damalige Abteilung Hackfrüchte, später war er nach der Zusammenführung der Bereiche Getreidebau und Hackfrüchte als Referatsleiter tätig. Mit der Übernahme der Agenden der Futterpflanzenzüchtung und Vegetationstechnik ab 1994 setzte er wesentliche Impulse für die weitere Entwicklung des Forschungsstandortes Raumberg-Gumpenstein. 1995 promovierte er an der Universität für Bodenkultur Wien, ab 1997 war er stellvertretender Institutsleiter, im Jahr 2020 übernahm er die Leitung des Instituts für Pflanzenbau und Kulturlandschaftsforschung.
Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit standen zunächst die Futterpflanzenzüchtung und die Entwicklung standortangepasster Grünlandmischungen. Zahlreiche Sorten, Mischungen und Empfehlungen für die österreichische Grünlandwirtschaft tragen seine Handschrift. Dabei verband er wissenschaftliche Präzision stets mit hoher Praxisnähe und einem klaren Blick auf die Herausforderungen der Landwirtschaft unter unterschiedlichen Standortbedingungen.
In den folgenden Jahren entwickelte sich sein Arbeitsschwerpunkt zunehmend in Richtung Vegetationstechnik, Rekultivierung und Biodiversität. Ob Hochlagenbegrünungen, Begrünung technischer Eingriffe, regionale Wildpflanzensaatgutmischungen, Blühstreifen oder Biodiversitätsprojekte – Bernhard Krautzer hat zahlreiche Entwicklungen frühzeitig aufgegriffen und wissenschaftlich begleitet. Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz für regionales Pflanzensaatgut sowie für den Erhalt und die Förderung der pflanzlichen Biodiversität in der Kulturlandschaft. Viele Initiativen und Standards, die heute österreichweit etabliert sind, wurden durch seine Arbeit mitentwickelt oder wesentlich beeinflusst.
Auch international war Dr. Krautzer hervorragend vernetzt. Er initiierte und leitete zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte und war an einer Vielzahl europäischer Kooperationen beteiligt. Damit brachte er nicht nur wertvolle wissenschaftliche Impulse, sondern auch wichtige Partnerschaften und Know-how an die HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Seine umfangreiche Publikationsliste dokumentiert eindrucksvoll die fachliche Breite und Kontinuität seines wissenschaftlichen Schaffens über viele Jahrzehnte hinweg.
Neben Forschung und Projektarbeit war ihm der Wissenstransfer stets ein besonderes Anliegen. Ob in der Lehre an der Universität für Bodenkultur, bei Fachveranstaltungen, Exkursionen, Tagungen oder im direkten Austausch mit Praxis, Verwaltung und Wissenschaft – Bernhard Krautzer verstand es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und Menschen für seine Themen zu begeistern. Kolleginnen und Kollegen schätzen ihn als engagierten Wissenschaftler, kreativen Vorausdenker und verlässlichen Ansprechpartner.
Auch organisatorisch prägte er das Haus Raumberg-Gumpenstein über viele Jahre hinweg – unter anderem als Institutsleiter, Organisator zahlreicher Fachtagungen sowie durch seine Mitarbeit in Fachgruppen, Arbeitsgemeinschaften und wissenschaftlichen Netzwerken. Darüber hinaus in der Areal-Gestaltung ist seine Handschrift an vielen optisch ästhetisch gestalteten Bereichen erkennbar.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet eine außergewöhnlich vielseitige und prägende berufliche Laufbahn.
Die große Gemeinschaft der HBLFA Raumberg-Gumpenstein bedankt sich sehr herzlich bei Dr. Bernhard Krautzer für seinen großen Einsatz, seine Innovationskraft und seine langjährige Verbundenheit mit unserem Haus. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir Bernhard viel Gesundheit, viel Freude, viele erfüllende Projekte – und weiterhin einen guten Blick für die richtige Mischung.
Im Namen der Mitarbeiter:innen
Johann Gasteiner und Andreas Steinwidder


























