Grünland- und Viehwirtschaftstag 2026
In drei Blöcken spannten hochkarätige Referentinnen und Referenten den Bogen von agrarpolitischen Rahmenbedingungen über Marktanalysen bis hin zu praktischen Lösungen für eine sichere, effiziente und nachhaltige Betriebsführung.
Klare Signale aus Politik und Markt
Der Vormittag stand im Zeichen der agrarpolitischen und wirtschaftlichen Einordnung. Vertreter aus Bundes- und EU-Politik, EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber, NR und Bauernbundpräsident Georg Strasser sowie Sektionsleiter Johannes Fankhauser, machten deutlich, dass die österreichische Milch- und Rinderwirtschaft auch in einem sich wandelnden politischen und wirtschaftlichen Umfeld eine tragende Rolle spielen wird. Diskutiert wurden die Auswirkungen des europäischen Green Deals, internationale Warenströme sowie die Frage, wie heimische Betriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können. In der anschließenden Podiumsdiskussion, gemeinsam mit Markus Gerharter als Vorstandsvorsitzender der LG Ennstal, wurde offen über Chancen und Risiken eines wachsenden Marktes gesprochen. Ein zentrales Ergebnis: Österreichische Betriebe haben dann gute Zukunftsaussichten, wenn sie weiterhin Qualität, Nachhaltigkeit und Effizienz erfolgreich miteinander verbinden. Entscheidend sind auch stabile Rahmenbedingungen, wobei diesbezüglich die zunehmend volatilen Preis- und Marktentwicklungen sowie geplanten Änderungen im EU-Budget Sorgen bereiten.
Globale Märkte, regionale Chancen
Am frühen Nachmittag rückten die internationalen Milch- und Rindfleischmärkte sowie der Biomarkt in den Fokus. Die Referenten zeigten, dass im Rindfleischbereich weltweite Nachfrage nach hochwertigen tierischen Produkten weiter steigt, während das Angebot in Europa und auch Österreich tendenziell zurückgeht. Im Milchbereich ist derzeit weltweit ein sehr hoher Produktionsumfang gegeben, der die Erlössituation der Betriebe deutlich schmälert. Neue bzw. stabile Absatzchancen ergeben sich nur wenn innovative Produkte entwickelt werden und Herkunft, Tierwohl und Produktionsstandards klar kommuniziert werden können.
Praxisnahe Innovationen für den Betriebsalltag
Der dritte Themenblock widmete sich der Frage, wie Betriebe unter steigenden Kosten, knappen Arbeitskräften und wachsendem Tierseuchenrisiko wirtschaftlich erfolgreich bleiben können. Beiträge zu Biosicherheit, Krankheitsprävention und Automatisierung stießen auf großes Interesse. In der anschließenden Poster Session präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Forschungsergebnisse zu Fütterung, Silierung, Weidehaltung, Sensortechnik und Kälbergesundheit.
Großes Interesse an neuer APP
Ein Highlight des Tages war die Vorstellung der SatGrass-App der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Die digitale Anwendung ermöglicht es, Ertrag und Qualität im Grünland mithilfe von Satellitendaten und KI einfach und praxisnah abzurufen. Viele Besucherinnen und Besucher zeigten großes Interesse an diesem innovativen Werkzeug, das ab dem kommenden Frühjahr den Bäuerinnen und Bauern zur Verfügung stehen wird. Die SatGrass-App wird die Bewirtschaftung von Grünland unterstützen und einen Beitrag zu mehr Effizienz und Nachhaltigkeit leisten. Am 13. März wird diese Innovation aus dem Hause Raumberg-Gumpenstein im Rahmen der Fachtagung „Digitale Innovationen für Grünland- und Viehwirtschaft“ offiziell präsentiert werden.
Der Grünland- und Viehwirtschaftstag 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die österreichische Milch- und Rinderwirtschaft über enormes Know-how, innovative Forschung und engagierte Betriebe verfügt. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Praxis, Politik und Marktpartnern bleibt dabei der Schlüssel, um die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu meistern.
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