Bereits am Vormittag erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in die neuesten Entwicklungen rund um Erdbeobachtung und Digitalisierung in der Landwirtschaft. Den Auftakt bildete ein Überblick über europäische Satellitenprojekte für landwirtschaftliche Anwendungen, präsentiert von ESA-Satellitenmissionsleiter Dr. Nicolaus Hanowski.
Im Anschluss stellten die SatGrass Projektleiter Dr. Andreas Schaumberger und DI Andreas Klingler von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein die wissenschaftlichen Grundlagen sowie die praktische Umsetzung des SatGrass-Projekts vor. Der Höhepunkt folgte mit der offiziellen Präsentation der neuen SatGrass-App, die künftig Landwirtinnen und Landwirten eine präzise Entscheidungsunterstützung im Grünlandmanagement bietet. Die SatGrass Anwendung nutzt hochauflösende Satellitendaten der europäischen Sentinel-Missionen, kombiniert mit Wetterdaten und langjährigen Forschungsdaten aus österreichischen Grünlandregionen. Damit können Betriebe den optimalen Schnittzeitpunkt bestimmen, Erträge abschätzen und die Futterqualität besser planen – direkt am Smartphone oder PC.
Projektleiter Schaumberger und Klingler betonten den praktischen Nutzen der Entwicklung: „Mit SatGrass ist es gelungen, ein wissenschaftliches Forschungsprojekt in ein praxisnahes digitales Werkzeug für die Landwirtschaft zu überführen. Was als Idee begann, mit Satelliten das Wachstum auf Mähwiesen zu beobachten, hat sich zu einem leistungsfähigen System entwickelt, mit dem Ertrag und Futterqualität in Echtzeit abgeschätzt werden können.“
Auch Bundesminister Mag. Norbert Totschnig unterstrich in seinem Beitrag zur Digitalisierung der Landwirtschaft die Bedeutung solcher Anwendungen: „Digitale Innovationen sind ein zentraler Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit unserer bäuerlichen Familienbetriebe. Mit der neuen SatGrass-App können Bäuerinnen und Bauern die Futterqualität verbessern und gleichzeitig höhere Erträge erzielen, indem sie den optimalen Schnittzeitpunkt für die Ernte berechnet bekommen. Das ist Digitalisierung, die direkt am Bauernhof ankommt, die Arbeit erleichtert und Ressourcen schont. Digitalisierung darf aber kein Selbstzweck sein. Unser Ziel ist es, den Bäuerinnen und Bauern die richtigen digitalen Werkzeuge zu geben, um ihre Betriebe zukunftsfit weiterzuentwickeln. Dabei müssen wir alle Betriebszweige und Bundesländer mitnehmen. Entscheidend ist auch die Leistbarkeit – digitale Lösungen müssen für kleine und mittlere Betriebe zugänglich sein“. Wie wichtig praxistaugliche digitale Tool in der Landwirtschaft sind, wurde in den Beiträgen von LK-Präsidenten Andreas Steinegger und DI Markus Schwaiger vom Maschinenring deutlich.
Neben der SatGrass-App wurden im Rahmen der Tagung insgesamt 14 weitere digitale Innovationen vorgestellt. Diese reichten von satelliten- und KI-gestütztem Ertragsmonitoring über Präzisionslenksysteme im Grünland bis hin zu Sensorlösungen im Stall, die Tiergesundheit, Fütterung und Stallklima automatisiert überwachen. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Partner der Innovation Farm präsentierten ihre Entwicklungen in Fachbeiträgen und an Posterstationen.
Direktor Dr. Johann Gasteiner und Forschungsleiter Priv.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder betonten die Rolle der HBLFA Raumberg-Gumpenstein als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis: Forschung müsse nicht nur neue Technologien entwickeln, sondern diese gemeinsam mit Landwirtschaft, Beratung und Politik in konkrete Anwendungen überführen. Gerade im Grünlandbereich, der mit rund 1,3 Millionen Hektar etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Österreichs umfasst und die Grundlage für mehr als 50.000 rinder- und über 26.000 schaf- und ziegenhaltende Betriebe bildet, eröffnen digitale Technologien neue Möglichkeiten für Effizienz, Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung.
Die große internationale Beteiligung, das breite Spektrum an Innovationen sowie die intensive Diskussion zwischen Forschung, Praxis und Politik machten die Tagung zu einem wichtigen Impuls für die digitale Weiterentwicklung der österreichischen Grünland- und Viehwirtschaft. Mit der neuen SatGrass-App wurde dabei ein konkretes Werkzeug vorgestellt, das zeigt, wie moderne Forschung direkt am landwirtschaftlichen Betrieb ankommen kann.
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