Ausgangssituation: Starke Technisierung – fehlende Kleinstrukturen
Die Mast, Schlachtung und Produktion österreichischer Geflügelprodukte ist stark technisiert. Die Produktionseinheiten werden größer, während die Anzahl der Betriebe sinkt. Der Markt wird von wenigen „großen“ Geflügelschlachtungen mit Hochleistungsmastsystemen dominiert.
Das Ergebnis dieser Entwicklung: Erzeugnisse aus kleinstrukturierter, heimischer Geflügelproduktion sind am Markt kaum mehr vorhanden. Auch die Strukturen für Erzeugung und Vertrieb kleiner Einheiten von Qualitätsgeflügel sind in Österreich weitgehend verschwunden.
Ziel des Projekts „Heimathuhn“
Vor diesem Hintergrund setzt das Projekt „Heimathuhn“ an. Kern des Vorhabens ist die Konzeptionierung eines praktikablen, integrierbaren Systems für kleinstrukturierte Geflügelproduktion, -verarbeitung und -vermarktung in Österreich.
Damit soll ein Modell geschaffen werden, das landwirtschaftlichen Betrieben neue Perspektiven eröffnet und regionale Wertschöpfung stärkt.
Projektpartner und interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Das Projekt wird von einem breit aufgestellten Konsortium getragen:
- Einreicher: Patrick Birkl (K&P Hendlhof)
- Eiermacher GmbH (Schlachtbetrieb)
- HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Beratung & Wissenschaft)
- Lugitsch (Futtermittel)
- Mag. Schuller (Fachtierärztin Geflügel)
- Staudinger & Partner (Beratung Wirtschaft & Innovation)
- HLBLA St. Florian (Diplomarbeiten)
Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein bringt ihre wissenschaftliche und beratende Expertise in den Bereichen Tierhaltung, Emissionen, Produktionssysteme und Nachhaltigkeit ein.
Mehrwert für Landwirtschaft, Markt und Regionen
Das Projekt „Heimathuhn“ verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz mit mehreren Vorteilen:
- Entwicklung neuer, sensorisch hochwertiger österreichischer Hühnerprodukte
- Marktchancen und neue Absatzwege für kleine „Geflügel-Manufakturen“
- Einsatz robusterer Hühnerrassen mit geringeren Anforderungen an Fütterung und Haltungsumgebung (z. B. reduzierter Proteinbedarf, alternative Futtermittel, lokale Wärmequellen in der Aufzucht)
- Nutzung kleinräumiger Strukturen wie bestehender Gebäude und Weideflächen
- Geringerer Ressourcenverbrauch und reduzierte Emissionsbelastung im Vergleich zu großen Einheiten
- Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft sowie Impulse für den regionalen Tourismus
Erfolgreicher Projektstart
Im Rahmen des Kick-off-Meetings wurden die inhaltlichen Schwerpunkte, die Rollenverteilung im Konsortium sowie die nächsten Arbeitsschritte abgestimmt. Die Projektpartner bekräftigten ihr gemeinsames Ziel, mit „Heimathuhn“ eine wirtschaftlich tragfähige und gleichzeitig nachhaltige Alternative zur hochtechnisierten Geflügelproduktion zu entwickeln. Das Projektkonsortium wird von drei Schüler.innen und einem Professor für Nutztierhaltung der HLBLA St. Florian unterstützt; die Lernenden schreiben ihre Diplomarbeiten zu Teilbereichen des Projektes „Heimathuhn“.



