Ziel der Untersuchung war es, den Befall mit Magen-Darm-Strongyliden (MDS), Lungenwürmern (Dictyocaulus viviparus) und dem Großen Leberegel (Fasciola hepatica) bei Milchkühen zu erfassen und mögliche Zusammenhänge mit klinischen Symptomen sowie Haltungs- und Fütterungsfaktoren zu analysieren.
Zentrale Ergebnisse der Prävalenzstudie zu Endoparasiten bei Milchkühen
- Insgesamt wurden 260 Milchkühe aus 26 Betrieben untersucht.
- Die Prävalenz für Magen-Darm-Strongyliden betrug 23,8 %.
- Fasciola hepatica wurde in 28,46 % der Kotproben nachgewiesen, in den ELISA-Milchtests lag die Prävalenz bei 3,2 %.
- Die Lungenwurm-Prävalenz betrug 3,1 %.
- Ein signifikanter Zusammenhang wurde zwischen Husten und dem Nachweis von Lungenwurmlarven festgestellt (p = 0,011).
- Ein erhöhter Body Condition Score (BCS) senkte signifikant die Wahrscheinlichkeit für einen MDS-Befall.
- Für andere Symptome und Managementfaktoren (z. B. Reproduktionsprobleme, Fütterung, Gewässernähe) konnten keine signifikanten Zusammenhänge zum Vorkommen von Fasciola hepatica festgestellt werden.
Fazit der Prävalenzstudie zu Endoparasiten bei Milchkühen
Die Ergebnisse zeigen, dass das Parasitenmanagement im Untersuchungsgebiet grundsätzlich als zufriedenstellend bewertet werden kann.
Dennoch verdeutlichen die Resultate auch, wie wichtig regelmäßige parasitologische Kontrollen und ein durchdachtes Management – insbesondere in Bezug auf junge Tiere und deren Immunitätsentwicklung – sind.
Ein gutes Parasitenmanagement schützt die Gesundheit Ihrer Kühe, verbessert die Milchleistung und spart langfristig Kosten. Wichtig ist ein gezieltes Vorgehen statt pauschaler Entwurmung.
Empfehlung unserer Projektleiterin für die Praxis
- Regelmäßig Kotproben untersuchen lassen – besonders bei Jungrindern und in Risikogruppen. So erkennen Sie frühzeitig einen Befall.
- Entwurmung nur bei Bedarf – gezieltes Behandeln verhindert Resistenzbildung und schont Geldbeutel und Umwelt.
- Weidemanagement beachten – z. B. Wechselweiden nutzen, nicht zu kurz abweiden lassen und Tierarten (z. B. Rinder und Pferde) auf Flächen abwechseln.
- Gute Stallhygiene – trockene Liegeflächen, regelmäßiges Ausmisten und saubere Tränken helfen, Parasiten wie Würmer, Kokzidien oder Läuse zu minimieren.
Tipp: Arbeiten Sie mit Ihrem Tierarzt zusammen, um einen betriebsindividuellen Plan zu erstellen. So bleiben Ihre Tiere gesund und leistungsfähig.
Abschlußbericht der Prävalenzstudie zu Endoparasiten bei Milchkühen
Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein bedankt sich bei allen teilnehmenden Betrieben sowie bei den Projektpartner:innen für die erfolgreiche Zusammenarbeit.



