An der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wird ein umfangreicher Mastversuch mit insgesamt 40 Ochsen durchgeführt – aufgeteilt in zwei Durchgänge zu je 20 Tieren. Die Kälber stammen vom Betrieb Ossiacher Tauern der Landwirtschaftskammer Kärnten und werden entweder früh (bis 6 Wochen) oder spät (ab dem 6. Monat) kastriert. Damit lässt sich erstmals unter österreichischen Bedingungen prüfen, wie sich der Zeitpunkt der Kastration auf Mastleistung, Schlachtkörper und Fleischqualität auswirkt.
Neben dem Kastrationszeitpunkt stehen auch die Rasse und die Fütterungsintensität im Fokus. Verglichen werden reinrassige Fleckvieh-Fleisch-Ochsen mit Kreuzungstieren (Fleckvieh-Fleisch×Charolais). Gefüttert werden zwei Rationen:
- Extensive Fütterung mit Heu, Grassilage und Kraftfutter nur in der Endmast
- Mittelintensive Ration mit Grassilage, Heu, Maissilage und durchgehendem Kraftfuttereinsatz
Geschlachtet wird bei 695 kg Lebendgewicht. Es werden umfassende Parameter der Mastleistung (Futter- und Nährstoffaufnahme, Zunahmen,…), Schlachtleistung und inneren Fleischqualität (Marmorierung, Zartheit, Inhaltsstoffe) analysiert. Ergänzend fließt eine Effizienzanalyse – etwa zur Lebensmittelkonversionseffizienz – in das Projekt ein.
Externe Partner spielen eine wichtige Rolle: Die Landwirtschaftskammer Kärnten (Dr. Johann Burgstaller) untersucht im Rahmen eines eigenen Projektteils die Stress- und Schmerzreaktionen früh- und spätkastrierter Kälber.
Anmerkung: Aufgrund der Blauzungen-Problematik in Kärnten und des Biosicherheitskonzepts der HBLFA kann der 1. Mastdurchgang im Jahr 2025/2026 leider nicht durchgeführt werden.



